KOMPASS Podcast von und mit Peter Kaiser

Folge #4 Coronovirus: Wollen wir, dass alles so wird, wie es früher war?

FOLGE #4 - Coronovirus: Wollen wir, dass alles so wird, wie es früher war?

In dieser Folge spreche ich über den Coronavirus und ob wir wollen, dass alles so wird, wie es früher war?

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Das Coronavirus – Zwischen „kein Grund zur Aufregung“ und „Weltuntergang“

Das Coronavirus – Zwischen „kein Grund zur Aufregung“ und „Weltuntergang“

Alarmstufe Rot in Österreich! Die totale Corona-Panik!

Schlagzeilen wie diese bestimmen die letzten Tage und Wochen in Kärnten und Österreich. Von Hamsterkäufen, leer geräumten Regalen in Supermärkten wird berichtet.
Das neu aufgetauchte Coronavirus ist aktuell nicht nur DAS Thema in Gesprächen im Gasthaus, unter Freunden oder Kollegen sondern hat auch die Klimakrise, den Kampf Greta Thunbergs aus der medialen Berichterstattung verdrängt.

Und das Coronavirus (Covid19) beschäftigt natürlich auch die Politik.

Gefährdet sind sowohl bei Grippe als auch bei Corona weniger junge und gesunde Personen, als vielmehr ältere und bzw solche mit entsprechend schweren Vorerkrankungen. Anders als gegen die Grippe gibt’s gegen Corona derzeit noch keine Impfung. Am besten schützt man sich durch regelmäßiges Händewaschen mit Seife und dadurch, nicht unbedingt in Risikogebiete, über die man sich in Zeiten von Google und Smartphones in Sekundenschnelle informieren kann, reist.
Um nicht falsch verstanden zu werden:
Selbstverständlich sind seitens der Politik alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu schützen – das steht für mich außer Frage! Ebenso außer Frage steht die Pflicht, die Bevölkerung und die Medien zu informieren. Der Teufel steckt dabei, wie so oft, im Detail:
  • In welcher Intensität und welche Details fallen unter die Informationspflicht?
  • Müssen alle Verdachtsfälle berichtet werden?
  • Muss es Pressekonferenzen am laufenden Band geben?
  • Wo fängt notwendige, unaufgeregte, seröse Information durch die Politik an und wann wird die Grenze zur Selbstinszenierung und zur (von manchen bewusst gewollten?) Verunsicherung der Bevölkerung überschritten?
 
Als Landeshauptmann von Kärnten und aus zutiefst persönlicher Überzeugung, ist für mich glasklar festzuhalten:

Dem Schutz der Bevölkerung vor dem Virus wird seitens der Landesregierung höchste Aufmerksamkeit gewidmet.

Alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Verdachtsfälle zu lokalisieren und schnellstmöglich zu verifizieren werden ergriffen. 
 
Der Umgang mit einer herausfordernden Situation, wie aktuell im Fall des sich ausbreitenden neuen Coronavirus, verlangt Besonnenheit, Angemessenheit und Respekt.
Besonnenheit, womit ich das Gegenteil von panischen und überzogenen Handlungen meine. Angemessenheit, was die auf Fakten basierten Maßnahmensetzungen betrifft. Und Respekt vor den Betroffenen – den unmittelbar und in weiterer Folge Betroffenen. 

Nachvollziehbar

Dass viele Menschen verängstigt auf eine ihnen unbekannte und nicht zuletzt aufgrund diverser Schlagzeilen – wie am Anfang des Blogs erwähnt – bedrohlich erscheinende Situation reagieren, ist für mich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar. Bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar sind für mich auch besorgte Äußerungen seitens der Wirtschaft, die Umsatzrückgänge, Einbußen, Verluste – aufgrund von abgesperrten und abgeriegelten Gebieten, aufgrund von Produktionseinschränkungen und Handelsbeschränkungen oder auch aufgrund von Kurseinbrüchen am Aktienmarkt – nicht nur befürchtet, sondern nachweislich erleidet. 

NICHT nachvollziehbar

ist für mich der via Medien und auch via zum Teil mit unflätigen Beschimpfungen und Unterstellungen garnierten Mails geäußerte Vorwurf eines Imageschadens (und schon gar nicht eines „dermaßen großen Imageschadens“) für die Gemeinde Bad Kleinkirchheim aufgrund einer Informationspflicht seitens des Landes gegenüber der Öffentlichkeit. 

Und ja, nochmal: Informationspflicht!

Denn was hieße das Gegenteil, also die Zurückhaltung von Informationen, weil sie einer Berufsgruppe oder einer Gemeinde oder einer Einzelperson oder einer Firma nicht genehm erscheinen? Wie hätte wohl die Bevölkerung, wie hätten die Verfasser von an mich und das Land gerichtete Mails und wie Medien reagiert, wäre das Land Kärnten seiner Informationspflicht den tragischen Todesfall in Bad Kleinkirchheim betreffend, bei dem von ärztlicher Seite der Verdacht auf Zusammenhang mit dem Coronavirus bescheinigt wurde, nicht nachgekommen wäre? Wie wären wohl die Reaktionen ausgefallen, wenn die umliegende Bevölkerung und Medien anderweitig erfahren hätten, dass eine Apartmentanlage behördlich gesperrt wird, es seitens der Landesbehörde dazu aber keine Information gibt? Und wie wären die Reaktionen ausgefallen, hätte sich der Verdacht auf Tod infolge einer Coronavirusinfektion, anders als glücklicherweise letzten Endes, tatsächlich bestätigt, ohne dass das Land als verantwortungsbewusste Behörde zuvor seiner Informationspflicht nachgekommen? Wie hätten Sie darauf reagiert, geschätzte Leserinnen und Leser, liebe Kritikerinnen und Kritiker?
 
Nein, mir sind negative wirtschaftliche Folgen für Kärnten und für Kärntner Unternehmen nicht egal, das versichere ich Ihnen, und das belegt auch die Arbeit der Kärntner Landesregierung. Noch viel weniger egal ist mir die Gesundheit und der Schutz der Bevölkerung in Kärnten! Und die Gesundheit aller Menschen in Kärnten steht für mich und für die Landesregierung unverrückbar an erster Stelle. Das sage ich als Landeshauptmann und aus tiefster persönlicher Seele. Dass es tatsächlich Menschen – Unternehmer, Politiker, Journalisten – gibt, die das anders sehen, die wirtschaftlichen Erfolg über das Wohl und die Gesundheit von Menschen stellen, empfinde ich nicht nur als Enttäuschung sondern als Bedrohung für unsere solidarische Gemeinschaft: 
 
Ein Gast in einer Kärntner Gemeinde, eine 56-jährige Italienerin, eine Ehefrau, eine Mutter von zwei Kindern ist auf tragische Weise verstorben. Zwar nicht am Coronavirus, aber das konnte erst nach den entsprechenden Tests festgestellt werden. Und dabeklagen einige allen Ernstes vor dem Hintergrund dieses Todesfalles und der notwendigen Maßnahmen, die das Land Kärnten unverzüglich in die Wege geleitet hat, nur Eines – Stornierungen? Ernsthaft? Wie groß wäre wohl der Imageschaden für Betriebe von diesen Kritikern, für die Gemeinde Bad Kleinkirchheim und letztlich für unser Kärnten, würde dieses kaltherzige Verhalten in der Form öffentlich diskutiert?

Dazu möchte ich nur zwei „Kleinigkeiten“ mit zum Nachdenken geben:

Es war Bundekanzler Sebastian Kurz, der die Vorgehensweise in Kärnten ausdrücklich als vorbildlich gelobt hat. Und es war bzw. ist ein anderer politischer Mitbewerber, der gerne die Grenzen nach Italien kontrollieren oder gar schließen würde: Was das gerade für die Italiener-Hochburg Bad Kleinkirchheim bedeutet, wissen Sie!?

Es ist mir letztlich ein Bedürfnis,

Sie darum zu bitten, mitzuhelfen, dass Besonnenheit und Augenmaß zurückkehren. Helfen Sie mit, den Menschen, Kärntnerinnen und Kärntnern ebenso wie allen unserenpotenziellen Gästen, klar zu machen, dass keine Gefahr besteht – auch mit dem Hinweis, dass das Land Kärnten im Fall des Falles so agiert, wie man es von einem Land, dem der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung oberstes Gebot sind, erwarten sollte.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, 1. März 2020
 
 

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