Neue Gedenkstätte eröffnet

Eine neue Gedenkstätte für Verfolgte aus medizinischen Gründen, psychisch Leidende, Behinderte und pflegebedürftige Alte in der Zeit der NS-Gewaltherrschaft in Kärnten ist im Park der Geriatrischen Tagesklinik entstanden. Die offizielle Eröffnung nahm Landeshauptmann Peter Kaiser vor.

„Die Gedenkstätte lädt nicht nur zur Besinnung ein, sondern sie fordert Wachsamkeit, sie fordert Aufzeigen und sie fordert auch das Anklagen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“,

betonte Kaiser. Es habe in Kärnten lange gedauert, bis Erinnerungskultur zu etwas wurde, was in der Öffentlichkeit auch wahrgenommen wird.

„Allzu lange wurde geschwiegen und verdrängt. Es ist einigen Wenigen zu verdanken, dass Gedenkkultur etabliert wurde. Mit dem Gedenken wird den Opfern des damaligen Regimes zumindest ein Teil ihrer Identität wiedergegeben. Ich bin froh, endlich in einem Land zu leben, in dem man sich der Vergangenheit bewusst ist, und sich den längst geschehenen Taten auch stellt. Das zeigt, dass diese Menschen, die sich nicht wehren konnten, zumindest nicht umsonst gestorben sind. Sie halten das Mahnende in uns wach“,

so der Landeshauptmann.
Die Erinnerungsstätte besteht aus einer Gedenkstätte mit einer Gedenktafel mit symbolisch 500 Namen von seinerzeit ermordeten Menschen, eine Information zur Gedenkstätte sowie drei Stelen, welche eine Achse der Erinnerung und ein Bindeglied zwischen der Gedenkstätte und dem ehemaligen Gebäude, wo die Tötungen stattfanden, darstellen. Diese künstlerischen drei Stelen sind das Symbol für die drei Leidensphasen (1939, 1941/42, 1942–1945) der Euthanasie-Opfer. Außerdem wurde in der Nähe des jetzigen Gebäudes eine Informationstafel errichtet sowie die bis dato bestehende minimalisierte Gedenkstätte integriert.

Landesauszeichnung für Naturschutzbund-Obmann

Als Überraschungsgast stellte sich Landeshauptmann Peter Kaiser vergangenen Freitag bei der Jahreshauptversammlung des Kärntner Naturschutzbundes ein. Gemeinsam mit Naturschutzreferentin LR.in Sara Schaar zeichnete er Obmann Klaus Kugi mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Kärnten aus. Kugi war 24 Jahre unermüdlich für den Naturschutzbund Kärnten im Einsatz und auf ihn geht unter anderem die Gründung der Naturschutzbund-Jugend zurück. Im Rahmen der gestrigen Versammlung legte er sein Amt in die Hände von Klaus Krainer, Geschäftsführer der ARGE Naturschutz.

„Klaus Kugi hat seine ganze Kraft, seine Energie und sein großes Wissen für die Natur Kärntens eingesetzt“,

waren sich alle Rednerinnen und Redner einig.
Die Landes-Auszeichnung sei eine Würdigung für alles, wofür Kugi stehe, betonten Kaiser und Schaar und bedankten sich für das unermüdliche Engagement.

„Ohne dich wäre so manche Wunderblume und sogar die Urforelle nicht mehr da“,

meinte der Landeshauptmann. Schaar sagte:

„Immer wenn sich ein Problem aufgetan hat, hattest du ein offenes Ohr für mich. Mit dir geht eine Legende.“

Nicht zuletzt Kugi und seinem Team sei es mit zu verdanken, dass es in Kärnten mittlerweile gelungen ist, fast ein Viertel der gesamten Landschaft zu schützen.

Neue Ausstellung im Museum im Lavanthaus als Mahnung an die Vergangenheit

Die Erinnerung an das Internierungslager „Camp 373“ in Wolfsberg wieder wecken und wachhalten – das ist das Ziel einer Sonderausstellung im Museum im Lavanthaus.

„Ich gratuliere zum Mut, Geschichte aufzuarbeiten, die bei so mancher Familie hier persönliche Betroffenheit auslöst“,

wandte sich Kaiser an Museumsleiterin Christine Ragger und Historiker Alexander Verdnik. Ihnen ist es gelungen, teilweise noch nie gezeigte Bilder und Objekte zu sammeln und auszustellen. Honoriert wurde die Arbeit auch von Michaela Lientscher, Vizebürgermeisterin und Kulturreferentin der Stadt Wolfsberg.

„Man kann sich für das, was passiert ist entschuldigen“,

meinte Kaiser, der wenige Stunden zuvor eine neue Gedenkstätte in Klagenfurt zur Erinnerung an die Kärntner Euthanasieopfer der NS-Zeit eröffnete, und setzte fort:

„Die Scham darüber müssen wir in gewisser Weise aber gemeinsam ertragen.“

Bei Ausstellungen wie dieser sei es wichtig, sich selbst zu mahnen und daran zu erinnern, dass so etwas nie wieder passieren darf. Ein Gedanke der angesichts des Krieges mitten in Europa an Bedeutung gewinne.

„Im Sinne Ingeborg Bachmanns hoffe ich daher, dass der Meister Geschichte endlich Gelehrige findet“,

so Kaiser im Rahmen seiner Eröffnungsrede.
Die Ausstellung ist noch bis 30. Oktober von Mittwoch bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr zu sehen.

EU-Talk zum Jahr der Jugend im Spiegelsaal

Die Europäische Union hat 2022 zum Jahr der Jugend erklärt. Im Zuge eines EU-Talks diskutierte heute, Dienstag, Landeshauptmann Peter Kaiser im Spiegelsaal der Landesregierung, mit Landesschulsprecherin Judith Zedrosser, Matthias Ortner (Frontman der Band Matakustix) und Influencer Ian Jules. Moderiert wurde die Veranstaltung, an der auch Schulen aus Hermagor und St. Andrä im Lavanttal online teilnahmen, von Marc Germeshausen, Geschäftsführer des Europahaus Klagenfurt. Im Fokus der Diskussion stand das politische Engagement der heutigen Jugend.

„Die jungen Menschen sind politisch sehr interessiert. Sie agieren außerhalb der traditionellen Organisationen und setzten sich für regionale und globale Problemstellungen ein“,

betonte Kaiser in seinem Eingangsstatement. Ian Jules brachte die Rolle der sozialen Netzwerke ins Spiel.

„Ein Großteil der politischen Bildung findet außerhalb des Schulunterrichtes statt“,

sagte Jules. Für Matakustix-Frontman Matthias Ortner beginnt politisches Engagement bereits im Alltag.

„Wenn man gegen eine Ungerechtigkeit auftritt, ist dies schon ein politischer Akt – auch wenn es nur im Klassenverband ist“,

betonte Ortner und verwies darauf, dass die heutige Jugend gerade in diesem Bereich sehr engagiert sei.
Bildungsreferent Kaiser hob hervor, dass es gerade jetzt wichtig sei, die Werte der europäischen Gemeinschaft zu verteidigen.

„Europa ist mehr als ein Traum – es ist greifbar und unsere Aufgabe ist es, Grundwerte wie Frieden und Freiheit zu verteidigen“,

sagte Kaiser und weiter:

„Die jungen Menschen sind die Zukunft Europas – deshalb ist es wichtig eine europäische Identität zu entwickeln und die Lehrinhalte im Bereich der politischen Bildung länderübergreifend abzustimmen“.

Im letzten Ausschuss der Regionen in Brüssel wurde ein entsprechendes Arbeitsprogramm mit dem Titel „European Citizenship“ diskutiert.

„Ziel ist es die sprachliche Vielfalt als Zukunftschance zu sehen und Europa als Friedensprojekt weiter zu entwickeln. Wir brauchen engagierte junge Menschen, die Grundwerte leben und die Welt hinaustragen“,

betonte Kaiser.
Wie gern die Programme der Europäischen Union von den Kärntner Schülerinnen und Schülern in Anspruch genommen werden, belegen auch die Zahlen der Erasmus-Programme.

„Im Verhältnis zu den Schülerzahlen hat Kärnten die meisten Erasmus-Nutzer und es erfüllt mich immer wieder mit Stolz, wenn Kärnten in diesem Zusammenhang als Vorzeigeregion genannt wird“,

berichtete Kaiser und verwies auf die Kooperationsmöglichkeiten, des Verbindungsbüros in Brüssel und des Europahaus Klagenfurt, die von Schulen in Anspruch genommen werden können.

Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes für Hermann Lipitsch

Zum 23. Mal fand vergangenen Samstag unter dem Motto „Ein gutes Leben für alle“ die Landeskonferenz des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) in Kärnten statt. Als Ehrengast stellte sich Landeshauptmann Peter Kaiser mit einer besonderen Überraschung für den scheidenden Vorsitzenden Hermann Lipitsch ein. Er wurde für seine Verdienste um das Land Kärnten in politischer, wirtschaftlicher, kultureller und humanitärer Hinsicht, mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten ausgezeichnet. Im Rahmen der Versammlung wurde René Willegger mit 94 Prozent der Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt. Kaiser gratulierte ganz herzlich:

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Auf die bereits bisher gute Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und dem ÖGB sowie die einzigartige Sozialpartnerschaft in Kärnten verwies Kaiser auch in seiner Begrüßungsrede.

„Der Bereich der Arbeit ist ein sehr dominanter Schwerpunkt in unserem Regierungsprogramm. Und unter gemeinsamer Anstrengung ist es uns gelungen, die niedrigste Arbeitslosenquote die es in Kärnten je gab, zu erreichen“,

so der Landeshauptmann. Mit speziellen Projekten für Lehrlinge und Ausbildungsprogrammen soll die positive Entwicklung weiter vorangetrieben werden.

„Gerade angesichts der schwierigen Zeiten, geprägt von einer Pandemie, einem Krieg mitten in Europa und einer Teuerungswelle ist der gesellschaftliche Zusammenhalt wichtig“,

betonte der Landeshauptmann. Es müsse das gemeinsame Bestreben von Politik und Interessenvertretungen sein, für Stabilität zu sorgen.

„Ich werde mit aller Kraft dafür kämpfen, dass unser Sozialstaat erhalten bleibt“,

versicherte Kaiser und betonte in Hermann Lipitsch immer einen starken und loyalen Wegbegleiter gehabt zu haben.

„Ihm ist es mit seiner bekannt ironischen Art immer wieder gelungen, auch harte Widersacher zu überzeugen. Auch die österreichweit einzigartigen Regierungssitzungen die gemeinsam mit den Sozialpartnern abgehalten werden, gehen nicht zuletzt auf Lipitsch‘ Engagement zurück“,

so Kaiser in seiner Laudatio.
Lipitsch übernahm schon in jungen Jahren zahlreiche Funktionen innerhalb der Gewerkschaftsbewegung und wurde 2008 zum ÖGB-Landesvorsitzenden gewählt. Zahlreiche Meilensteine prägen die gewerkschaftliche Laufbahn von Hermann Lipitsch. Als einige wesentliche Beispiele können an dieser Stelle die Arbeitnehmerförderung in Kärnten, die wesentliche Mitgestaltung am Fachberufsschulkonzept Neu sowie dem Aus – und Neubau der Lehrwerkstätte für den Metallbereich in Kärnten genannt werden. Auch in seinen politischen Funktionen stand, egal ob als Gemeinderat, Landtagsabgeordneter oder Nationalrat, für Lipitsch immer das Wohl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an erster Stelle. Eine weitere Herzensangelegenheit war die Aus- und Weiterbildung der Jugend.
Unter den Ehrengästen wurden bei der heutigen Landeskonferenz auch AK-Präsident Günther Goach, Wolfgang Katzian, Präsident des ÖGB sowie Andreas Gjecaj, FCG-Generalsekretär begrüßt.
Alle Infos zur Arbeit des ÖGB finden Sie auf der Website unter www.oegb.at

Feierliche Angelobung in Arnoldstein

360 Rekruten legten vergangenen Freitag am Sportplatz in Arnoldstein ihr Versprechen auf die Republik Österreich und auf die Demokratie ab. Das Militärkommando Kärnten führt in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Arnoldstein und dem Stabsbataillon 7 der „leichten“ 7. Jägerbrigade die Angelobung durch. Als Ehrengast stellte sich Landeshauptmann Peter Kaiser ein.
Angesichts des Krieges in der Ukraine, sei er in tiefer Sorge über die Entwicklung dieses Teils Europas, betonte der Landeshauptmann, und dennoch halte er an dem Wachsen der Humanität und am Frieden fest.

„Erstmals aber rückt die ursprüngliche Aufgabe des Bundesheeres – die Bewahrung und Verteidigung der Neutralität – in den Mittelpunkt. Darüber hinaus vermitteln auch die Einsätze bei Naturkatastrophen oder während der Pandemie ein wichtiges Gefühl der Sicherheit und des Schutzes“,

so Kaiser. Den Rekruten versicherte er:

„Nicht nur eure Angehörigen, sondern der Kärntner Landtag, die Landesregierung und die gesamte Bevölkerung Kärntens ist stolz auf euch. Ihr seid zumindest für eine Zeit lang die Visitenkarte des Österreichischen Bundesheeres und dessen Qualität.“

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Angelobt wurden die im April 2022 bei den Kärntner Verbänden eingerückten Soldaten. Mit dabei sind Rekruten aus Villach und Klagenfurt. Die Militärmusik Kärnten, unter der Leitung von Militärkapellmeister Oberst Dietmar Pranter, umrahmte den Festakt musikalisch. Der Festakt begann mit einer Totenehrung beim Kriegerdenkmal der Marktgemeinde Arnoldstein.
Als weitere Ehrengäste wurden der dritte Landtagspräsident Josef Lobnig, die Landtagsabgeordneten Klaus Köchl und Maximilian Linder, der Arnoldsteiner Bürgermeister Reinhard Antolitsch, Msgr. Remo Longing in Vertretung für den Bischof der Diözese Gurk, Militärdekan Johannes Hülser, Oberst Stefan Lekas, stellvertretender Militärkommandant Kärntens, und Brigadier Horst Hofer, Kommandant der „leichten“ 7. Jägerbrigade sowie viele andere begrüßt.

Kultur: Auf Jahr der Baukultur folgt Hommage an Architekten Günther Domenig

2021 stand im Kärntner Kulturjahr unter dem Motto „Kultur — Raum — Landschaft“ und widmete sich damit der Baukultur, ihrer Verantwortung und ihrer Nachhaltigkeit.

„Es war nur ein logischer Schritt, auf das Jahr der Baukultur einen Forschungs- und Ausstellungsschwerpunkt rund um das Werk, die Arbeit, Günther Domenigs folgen zu lassen. Und ich danke der Staatssekretärin für Kultur, Andrea Mayer, für die Möglichkeit, im Sinne der grenzüberschreitenden Strahlkraft Domenigs, diese Präsentation hier in Wien, im Haus-Z, einem der architektonischen Werke des gebürtigen Kärntner Architekten, durchführen zu können“,

so LH Peter Kaiser im Rahmen der Pressekonferenz in Wien. Zumal Kärnten auch das erste Bundesland sei, das baukulturelle Leitlinien etabliert habe, in deren Entwicklung viele Bauschaffende eingebunden waren.

„Aus einer Symbiose von Politik und Architektur entstanden Leitlinien, beispielgebend für andere Bundesländer, die vor allem den Umgang mit Ressourcen im Blick haben und damit den Fokus auf die Bodenversiegelung und die Folgen legen. Ebenso im Blick ist auch das Bewusstsein der Bevölkerung für diese Enkelverantwortung und die Nachhaltigkeit, die mit jedem Bauwerk verbunden ist“,

erklärte Kaiser.
Günther Domenig habe laut Kaiser in seinem Schaffen als Architekt völlig neue Wege beschritten und die Architektur als Polylog mit allen Ausführenden gesehen.

„Domenig war Architekt, Künstler und Visionär. Er hat gezeigt, wie wichtig die Baukultur alleine in Hinblick auf die Bodenversiegelung ist und daraus folgend, die Bedeutung der Höhe hervorgehoben“,

sagte Kaiser. Umso aktueller sei also die Ausstellung bzw. das Forschungsprojekt Günther Domenig: DIMENSIONAL zu sehen.
Vier Monate lang werden gleichzeitig an vier Orten in Kärnten, die für die unterschiedlichen Aspekte der Arbeit Günther Domenigs stehen, umfassende Werke, Positionen und Projekte, untermauert mit zeitgenössischer künstlerischer und architektonischer Kunst und Kultur, gezeigt. Konkret wird jeder der Ausstellungsorte mit einem Rahmenprogramm bespielt, wobei die historische und internationale Bedeutung des Werks von Domenig in den Zeitgeist einfließt. Diese Gesamtausstellung ist eine Kooperation des Architektur Haus Kärnten, dem Land Kärnten, dem Museum Moderner Kunst, der Steinhaus Günther Domenig Privatstiftung und der Heft/Hüttenberg.

„Wir wollen die Arbeit des Architekten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, wollen die Vielfalt Domenigs zeigen, wollen auf die Internationalität des Schaffens Domenigs hinweisen“,

so Kaiser.
Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer dankte Kärnten für die Idee, das Schaffen Günther Domenigs in den Fokus zu rücken.

„Günther Domenig reißt uns mit seiner Architektur, wie in diesem Haus-Z, aus dem Alltag, hier erleben wir Kunst. Architekten gestalten aber auch unseren Lebensraum und rücken damit das Thema Bodenversiegelung in den Vordergrund. Baukultur weist nicht nur auf Schönheit hin, sondern trägt auch eine hohe Verantwortung für unsere Umwelt, für unseren Planeten“,

betonte die Staatssekretärin.
Idee und Konzept für diese Ausstellung stammen von Andreas Kistof vom Kurator:innen-Kollektiv section.a, Raffaela Lackner vom Architektur Haus Kärnten, von Igor Pucker, von der Kulturabteilung des Landes und von Christine Wetzlinger-Grundig vom Museum Moderner Kunst Kärnten.
Raffaela Lackner dankte dem Land ebenso für das „riesige Projekt Günther Domenig: DIMENSIONAL“.

„Wir wollen nicht die Geschichte neu schreiben, wir wollen Günther Domenig mit der Ausstellung in die Neuzeit holen, wie wollen neue Dimensionen eröffnen, neue Sparten auftun. Das Architektur Haus Kärnten hat tief in den Archiven gestöbert, um Günther Domenig zu inszenieren und zu präsentieren“,

erklärte Lackner.
Andreas Kristof wies darauf hin, dass es sich bei dieser Ausstellung an den vier Standorten um die erste, umfassende Retrospektive, die sich Günther Domenig widmet.

„Und es ist ebenso das erste Mal, dass sein zeichnerisches Schaffen Dank zahlreicher Leihgaben sichtbar wird. Dieses Projekt versucht, Domenig neu zu verorten und eine neue Sprache zu finden. Es ist auch ein Forschungsprojekt und zwei Publikationen begleiten diese Ausstellung mittels literarisch-fotografischer Annäherung und über einen literarischen Zugang, einen sehr persönlichen Blick auf Günther Domenig“.

Im Museum Moderner Kunst Kärnten findet das erste Mal eine umfassende Retrospektive zum Werk des in Kärnten geborenen und 2012 verstorbenen Architekten statt. Arbeiten von Raimund Abraham, Herbert Boeckl, Christian Brandstätter, Peter Cook, Franco Fonatti, Julia Gaisbacher, Peter Kaschnig, Cornelius Kolig, Maria Lassnig, Sonia Leimer, Gerhard Maurer, Thom Mayne, Ferdinand Neumüller, Stefan Oláh, Paul Ott, Gustav Peichl, Walter Pichler, Klaus Pinter, Anna Rubin, Peter Sandbichler, SHE SAID, Hans Schabus, Toni Schmale, David Schreyer, Margherita Spiluttini, Wolfgang Thaler, Lebbeus Woods und Gerald Zugmann umrahmen die Präsentation.
Die Ausstellung im Architektur Haus Kärnten stellt das architektonische Schaffen Domenigs in einen Dialog mit nachfolgenden Generationen von Architekten. Der Dialog wird durch eine Lecture- und Gesprächsreihe mit eingeladenen Architekt:innen und Expert:innen ergänzt. Teilnehmer sind Kollektiv 4 (Christian Freude, Christina Jauernik, Johann Lurf, Fabian Puttinger), Maximilian Eisenköck, Peter Kaschnig, the nextENTERprise, und Studio3/Katrin Aste.
Das Domenig Steinhaus wird selbst zum Ausstellungsobjekt. An drei Wochenenden bespielt das Tanzquartier Wien (TQW) mit eingeladenen Gästen das Domenig Steinhaus. Das Programm wird gestaltet von Julius Deutschbauer, durch:formen (Katrin Ackerl Konstantin, Niki Meixner, Erik-Jan Rippmann), Alexander Gottfarb, Barbara Kaiser, Andrea Maurer, Karin Pauer & Aldo Giannotti, Oleg Soulimenko und Doris Uhlich.
In der Heft/Hüttenberg, wo die Kärntner Landesausstellung 1995 stattfand, entstand über mehrere Jahrzehnte hinweg, ist eine neue Situation von skulptural-architektonischen Überlagerungen durch die Natur. Jetzt wird das Gebäude wieder zugänglich gemacht und bespielt von Arobota+, Florian Hecker, Mr. Incredible Bob, Brigitte Mahlknecht, Eva Schlegel & 2MVD, AA nanotourism Visiting School: Architectural Association (AA) School of Architecture, London, Fachhochschule Kärnten: Studienbereich Bauingenieurwesen & Architektur, Spittal/Drau, Hochschule für Technik Stuttgart: Architektur und Gestaltung, Stuttgart, Peter Weibel – Forschungsinstitut für digitale Kulturen: Mihály Németh & Sophie Publig, Wien, Technische Universität Graz: Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften, Universität für Angewandte Kunst Wien: Institut für Architektur, Studio Greg Lynn, Universität Innsbruck: Institut für Experimentelle Architektur ./studio 3.
Die Eröffnung des Forschungs- und Ausstellungsprojektes „Günther Domenig: DIMENSIONAL“ erfolgt am 10. Juni 2022 im Domenig Steinhaus, am 11. Juni im Museum Moderner Kunst und im Architektur Haus Klagenfurt und in der Heft/Hüttenberg. Die Ausstellung läuft bis 12. Oktober an den vier Standorten.

Europa ist eine Glaubensfrage. 
Kärnten hat die richtige Antwort.

Jetzt ist schon wieder was passiert. Der berühmte erste Satz vieler Krimis von Wolf Haas passt auch als Start für meine Gedanken zu Europa. Viele von Ihnen wissen, dass dieses Thema eine Herzensangelegenheit für mich ist. Aber ich weiß auch, dass dieses Thema viele Menschen immer erst dann wirklich berührt, wenn etwas Schlimmes geschieht. Als ich hier das letzte Mal über Europa geschrieben habe, war solch ein trauriger Anlass. Ausgerechnet zu Österreichs Jubiläum von 25 Jahren in der EU kam es zum „Brexit“, ist Großbritannien aus der Europäischen Union ausgetreten. Ja, das ist jetzt schon fast zweieinhalb Jahre her. Aber es kommt uns viel länger vor. Es erscheint uns wie aus einer anderen Zeit. Weil es vor Corona war, dieser Pandemie, die alle anderen Themen so lange überschattet hat. Eine Krise, die uns aber auch gezeigt hat, wie sehr die Nationalstaaten in einer Schicksalsgemeinschaft verbunden sind. Die Krankheit kennt noch weniger Grenzen, als wir sie durch das Schengen-Abkommen ohnehin schon fast vergessen haben lassen. Doch genau diese Grenzbalken haben wir vor bald sieben Jahren erst wegen der Flüchtlinge wieder errichtet. Und kaum glaubten wir, sie endlich wieder öffnen zu können, kam Covid. Und kaum glaubten wir, auch damit das Schlimmste überstanden zu haben, hat Russland die Ukraine angegriffen. Eine Grenzüberschreitung, wie gerade wir in Kärnten sie in Europa nicht mehr für möglich gehalten haben. Wir dachten mehr noch als andere, dass alle in Europa die Lektion „Nie wieder Krieg“ spätestens seit den Jugoslawien-Kriegen endgültig gelernt hatten. Ein Jahrzehnt mit diesem schrecklichen Krieg direkt vor unserer Haustür sollte Mahnung genug gewesen sein. Doch jetzt ist es schon wieder passiert. Und plötzlich ist Europa nicht nur ein abgehobenes Thema für hochgestochene politische Diskussionen, sondern eine Herzensangelegenheit. Denn wie anders, als ein geschlossenes und einiges Europa, sollten wir der neuerlichen Barbarei vor unserer Haustür gegenübertreten. Das gilt nicht nur für die kleineren Staaten der Union, wie Österreich. Da gilt auch für die Großen, für Frankreich und Deutschland. Und wir bemerken dabei, wie sehr uns Großbritannien fehlt.
Lviv, das früher Lemberg hieß, ist von Villach gleich weit entfernt wie Brüssel – 840 Kilometer Luftlinie. Es hat in der Monarchie zu Österreich gehört. So wie Österreich heute zur Union gehört. So wie Kärnten immer noch mehr vom Rand ins Zentrum der EU rückt. Weil sie sich genau dorthin erweitert hat, wo vor wenigen Jahrzehnten der vermeintlich letzte Krieg in Europa war. Doch jetzt ist schon wieder was passiert. Russland hat vor Österreichs Haustür im Osten das Tabu auf grausige Art gebrochen. China dehnt seine wirtschaftlichen Interessen bis vor Kärntens Haustür im Süden aus. Die neue Seidenstraße soll erst in Triest enden. Der weitere Landweg geht durch Kärnten. Das Logistikzentrum in Fürnitz wird eine der wichtigsten europäischen Drehscheiben dafür. An der Schnittstelle der europäischen Kulturen und Sprachen, des Germanischen, Romanischen und Slawischen entsteht eine neue Wirklichkeit. Die Großinvestition des digitalen Weltkonzerns Infineon in Villach zeigt, dass dies nicht nur Sonntagsreden von Provinzpolitikern sondern ökonomische Fakten sind.
Österreich insgesamt und Kärnten ganz besonders geraten politisch wie wirtschaftlich zwischen die Blöcke von Weltmächten, die sich neu formieren. Die Welt wird nach diesem Krieg nicht mehr die gleiche sein. Europa auch nicht. Österreich auch nicht. Kärnten auch nicht. Das klingt alles sehr bedrohlich. Und das ist es auch. Doch in all dem liegt auch eine historische Chance für unser Land. Die Chance heißt Europa. Wir rücken vom Rand ins Zentrum Europas. Das darf aber nicht nur eine politische Grenzverschiebung sein. Das muss eine Entgrenzung in unseren Köpfen bewirken. Eine Entgrenzung, wie wir sie regional, noch besser interregional am besten bewältigen. Deshalb heißt unsere Europaregion, deren Präsident ich derzeit bin, mit Friaul Julisch Venetien und Veneto Senza Confini – ohne Grenzen. Deshalb versuchen wir mit der Euregio, die europäische Vielfalt und Einheit auch emotional an unsere Bevölkerung zu vermitteln. 
Die Idee von gemeinsamen Olympischen Spielen ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein dazu. Allein das gemeinsame Nachdenken über eine solche Möglichkeit bringt uns schon weiter. Die Wege entstehen beim Gehen. Olympia 2034 – das ist ein weiter Weg. Doch dabei halte ich es wie einst Bruno Kreisky: Lassen Sie uns ein Stück des Weges gemeinsam gehen. Vielleicht erkennt die Bevölkerung, dass mehr Chancen als Risiken in einem solchen Projekt liegen – wenn wir es in der richtigen Dimension angehen. Und die Richtung dieses Weges ist auch abgesehen von der Jahreszahl klar. Klein, aber fein. Small is beautiful. Zurück zu den Wurzeln. Gemeinsam. Deshalb werden wir viel planen, viel informieren. Wenn Olympia kommt, dann müssen es Spiele der Bürgerinnen und Bürger im Herzen Europas sein, getragen von den Nationalen Olympischen Komitees Italien, Slowenien und Österreich. 
Weg vom olympischen Größenwahn. Zurück zum menschlichen Maß. So wie wir die Zukunft insgesamt in Kärnten gestalten wollen. Ohne Scheu vor den ganz großen Aufgaben, aber immer mit Augenmaß. So wie es Kärnten seit dem EU-Beitritt Österreichs mit seinem Verbindungsbüro (VBB) in Brüssel betreibt. Bereits seit 2005 teilen wir uns die Räume mit den Vertretungen von Friaul Julisch Venezien und Istrien sowie dem Kanton Sarajevo. Ein Mehrregionenhaus mit europäischem Mehrwert: Denn diese Regionen vertreten mehr als zwei Millionen Bürgerinnen und Bürgern. Sie nutzen Synergien, langjährige Partnerschaften und verschiedenste Netzwerke zum gemeinsamen, stärkeren Auftreten vor den europäischen Institutionen. 
Denn Europa ist kein Traum, keine Utopie, keine Selbstverständlichkeit. Es ist tagtägliches Bemühen, eine tägliche Herausforderung. Europa muss auch global Position beziehen für Humanität, Nachhaltigkeit und gerechtes Wirtschaften. Das gilt im Großen für die 27 EU-Staaten als Gemeinschaft. Eine Wertegemeinschaft, die angesichts des Kriegs in der Ukraine eine ihrer härtesten Bewährungsproben besteht. Das gilt aber auch im Kleinen, für unsere Region im Herzen Europas. Das VBB ist ein Hebel, um Kärntens Interessen bei der EU-Gesetzgebung zu wahren. Es betreibt Lobbying im Besten Sinn – bei EU-Kommission, EU-Parlament und im Rat der EU. Einer seiner größten Lobbying-Erfolge ist die Aufnahme der Baltisch-Adriatischen Achse in den Kern der Transeuropäischen Verkehrsnetze. Dabei gibt es immer wieder Verzögerungen. Und wir ärgern uns natürlich, dass soeben die Fertigstellung des Semmeringtunnels verschoben wurde. Doch ohne die Ko-Finanzierungen seitens der EU wären Jahrhundertprojekte wie die Koralmbahn nicht möglich. Ich glaube, es ist noch viel zu wenig bewusst, welch enormen wirtschaftlichen Fortschritt es für Südösterreich, aber auch die Europaregion Senza Confini bringt, wenn Klagenfurt und Graz auf 45 Minuten Zugfahrt zusammenrücken. Wenn in weiterer Folge Wien in zweieinhalb Stunden per Bahn erreichbar ist. Das wirkt nur nach einem rein österreichischen Projekt. Es ist in Wirklichkeit aber eine europäische Lösung, von der wir profitieren.
Während das VBB als verlängerter Arm der Kärntner Landesregierung in Brüssel ist, bin ich als Landeshauptmann federführend in zwei Fachkommission des europäischen Ausschusses der Regionen – für Wirtschaft (ECON) sowie für Sozialpolitik, Bildung, Arbeit, Forschung und Kultur (SEDEC). Ich wurde dabei zum Berichterstatter für die Richtlinie über angemessene Mindestlöhne in der EU ernannt. Die Kärntnerinnen und Kärntner wissen, wie sehr mir dieses Thema am Herzen liegt. Deshalb freut es mich besonders, dass meine Stellungnahme dazu vom Ausschuss der Regionen mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.
Denn wenn wir jemandem erklären, wir seien Europäer, gar noch „überzeugte Europäer“, so wollen wir damit eher weniger unsere geographische Herkunft als vielmehr eine besondere Geisteshaltung zum Ausdruck bringen. Eine Geisteshaltung, in der sich die Idee Europa widerspiegelt, die Idee von der Einheit des Kontinents, die Idee von der Vereinigung der Völker Europas in Frieden und Freiheit. Auch die Arbeitnehmer-Rechte sind ein Teil dieser Idee. Nirgendwo sonst auf der Welt sind Wirtschaft und Arbeit derart als Yin und Yang, als die zwei Seiten einer Medaille derart gleichberechtigt verknüpft wie in Europa. Und wir profitieren nach wie vor davon. Trotz der Aufnahme einiger neuer Staaten seit Österreichs EU-Beitritt 1995 ist Kärnten immer noch ein Netto-Empfänger. Fast drei Milliarden Euro flossen bis 2020 aus dem Budget der Europäischen Union allein in unser Bundesland.
Europa ist eine Chance für uns alle! Deswegen ist es ungemein wichtig, dass Kärnten und unsere benachbarten Regionen über Staatsgrenzen hinweg gemeinsam ihre Interessen koordinieren, Stärken zusammen präsentieren und kooperieren. Ob im Bereich der Gesundheit, der Umwelt, der Wirtschaft oder des Verkehrs – viele Anliegen und notwendige Maßnahmen, die einzelne Regionen haben, überschneiden sich. Umso wichtiger für die Bevölkerung dies- und jenseits der Grenzen ist es, dass die Politik ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass wir gemeinsam mehr erreichen als alleine.
Ich sehe es als eine meiner wichtigsten Aufgaben als EU-Referent, mich mit allem Nachdruck für die Interessen Kärntens im Rahmen gemeinsamer europäischer Politik einzusetzen. Kärnten hat viele Vorzüge und Potenziale als zentrale Drehscheibe in Europa, entsprechende Unterstützungen und Förderungen sind für unser Land und auch die EU selbst ein Gewinn. So wurden Österreich in den jüngsten Genehmigungsrunden 92 Interreg-Projekte mit Italien und 43 mit Slowenien bewilligt – mit 22 bzw. 34 Kärntner Projektpartnern. Sie profitieren dabei von acht Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung. Unterdessen flossen fast elf Millionen Euro unter dem Titel „Soziale Angelegenheiten“ aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums nach Kärnten. Das sind aber nur zwei Beispiele einer Unzahl an Förderungen, ohne die vieles in Österreich und Kärnten nicht entstehen könnte. Europa ist ein Möglichmacher. Deshalb greift das Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2022 auch Erkenntnisse aus der Pandemie auf und widmet der jungen Generation mit dem Vorschlag für ein Europäisches Jahr der Jugend besondere Aufmerksamkeit. Das Programm enthält aber auch die nächsten Schritte hin zu einem grüneren, digitaleren und resilienteren Europa nach der Corona-Krise. Es identifiziert globale Megatrends, aus denen strategische Handlungsfelder für die Union abgeleitet werden sollen. Das klingt verkopft und ist es am Anfang auch oft. Das klingt langwierig und ist es auch oft. Das klingt kompliziert und ist es auch oft. Aber weil Politik das Bohren harter Bretter ist, landet irgendwann verlässlich alles auf dem Boden der Tatsachen – vor unserer Haustür. Zum Beispiel jetzt mit der Überarbeitung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser. Oder mit dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act – einem Gesetzespaket, das die amerikanischen und asiatischen Technologie-Giganten zwingen wird, sich in Europa den europäischen Standards zu unterwerfen.
Als ich hier zuletzt im Jänner 2020 über Europa geschrieben habe, standen am Ende folgende Sätze über die EU: „Sie ermöglicht mir in der größten Friedensgemeinschaft zu leben und so meine Kinder in Sicherheit aufwachsen zu sehen. Das war nicht immer so. Auch wenn sich vor allem die Jüngeren nicht mehr daran erinnern: Es ist noch gar nicht so lange her, da war auch auf dem europäischen Kontinent, direkt vor unserer Haustüre Krieg. Wenige Stunden nach der slowenischen Unabhängigkeitserklärung am 25. Juni 1991 spielten sich an der Grenze zur Steiermark und zu Kärnten dramatische Szenen ab. Heftige Gefechte zwischen jugoslawischen und slowenischen Truppen mit zwei Toten am Grenzübergang Bleiburg versetzten die Kärntnerinnen und Kärntner in Schrecken. Es war und ist die EU, die dafür gesorgt hat, dass wir uns heute darüber keine Sorgen mehr machen müssen, dass wir in Frieden und Sicherheit leben und unsere Kinder ge- und beschützt aufwachsen können.“
Dieses Fazit wird seit dem 24. Februar leider von Russland widerlegt. Sein Krieg gegen die Ukraine ist ein Angriff auf Europa. Deshalb steht die Union so geschlossen zusammen wie schon sehr lange nicht mehr. Es geht um unsere gemeinsamen Werte. Wenn ein repressives Regime unser demokratisches System in Frage stellt, ist eine Grenze überschritten, die wir zu Recht verteidigen. Hier müssen die Balken herunter gelassen statt geöffnet werden. Da gibt es keine Neutralität. Ja, ich verwende dieses Wort bewusst, weil es ein österreichisches Tabu ist, die Neutralität infrage zu stellen. Aber es darf kein Tabu bleiben, darüber nachzudenken, wie diese Neutralität aktiv gelebt wird, wie sie sich verändern kann und muss, wenn sich rundherum alles verändert. Welche Aufgabe und Rolle kommt zukünftig einem neutralen Staat zu? Darüber werden wir in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren noch viel zu diskutieren haben. Denn rundherum hat sich alles verändert. Und wir haben uns verändert. Indem wir vor mehr als 27 Jahren ein Mitglied der Europäischen Union geworden sind. Das war eine der besten Entscheidungen der Zweiten Republik. Für Österreich. Für Kärnten. Aber damit ist es nicht getan. Wir müssen uns weiterentwickeln. Damit nicht wieder was passiert.
Ihr Peter Kaiser

Monatliche Ausbildungsprämie für alle Kärntner Schüler:innen von Pflegeberufen

Pflegekräfte werden dringend benötigt: Einerseits wird der Anteil der über 80-Jährigen in Kärntens Bevölkerung immer größer und andererseits wird die Anzahl der Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger aufgrund sinkender Geburtenraten immer geringer. Um Jobs im Pflegebereich attraktiver zu machen, hat das Land Kärnten nun ein Ausbildungspaket, das erstmals auf finanzielle Anreize setzt, geschnürt: Ab September (mit Beginn des nächsten Schuljahres) erhalten alle Schülerinnen und Schüler von Pflegeberufen eine monatliche Ausbildungsprämie von 450 Euro, zusätzlich werden das Schulgeld sowie etwaige Kurskosten vom Land übernommen.
 
Landeshauptmann Peter Kaiser bezeichnete das Kärntner-Pflege-Ausbildungspaket als einen Meilenstein und ein bundesweites Vorzeigemodell.

„Wir beschreiten österreichweit neue Wege, um einerseits den Menschen ein Altern in Würde zu ermöglichen und anderseits den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen ein würdiges Arbeitsumfeld zu bieten. Ein Pflegesystem darf nicht an den Kosten scheitern – denn es geht um die Würde des Menschen“,

stellte Kaiser klar und verwies darauf, dass Kärnten bereits jetzt im Bereich der wohnortnahen Altenbetreuung und der Mobilen Pflege eine Vorreiterrolle einnimmt.

„Wir haben bereits 2019 eine Pflege-Ausbildungsoffensive gestartet und beschreiten nun neue Wege, indem wir die Auszubildenden finanziell unterstützen“,

betonte Kaiser. Wie Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner ausführte, werde

„die monatliche Prämie 12 Mal im Jahr an alle Auszubildenden bezahlt – das heißt an künftige Pflegeassistenten, Pflegefachassistenten und diplomiertes Gesundheits- und Pflegepersonal. Inkludiert sind nicht nur Neueinsteiger, sondern auch jene Schülerinnen und Schüler, die sich bereits in Ausbildung befinden“,

betonte Prettner. 

„Parallel dazu übernimmt das Land das Schulgeld, das in den SOB der Caritas und der Diakonie eingehoben wird: In der Caritas sind das 257 Euro pro Semester, in der Diakonie 386 Euro“,

erklärte die Gesundheitsreferentin. Ebenso wird das Land die Kurskosten für Ausbildungsaufschulungen an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Höhe von rund 2.000 Euro pro Teilnehmer finanzieren.

„Unterm Strich nimmt das Land für dieses Ausbildungspaket mehr als 5,3 Millionen Euro pro Jahr in die Hand“,

sagte Prettner.

„Wir wollen mit dem Paket junge Menschen motivieren, in den Beruf zu kommen. Die Gleichung ist eine sehr logische: Je mehr Pflegepersonal uns zur Verfügung steht, desto bessere Arbeitsbedingungen können wir schaffen. Und genau darum geht es letztlich: Die Arbeitsbedingungen für unser Pflegepersonal zu verbessern.“

Günther Wurzer, Leiter der Abteilung Gesundheit und Pflege, verwies auf die Karrierechancen im Pflegebereich.

„In dieser Branche gibt es eine Job-Garantie und es werden recht gute Einstiegsgehälter bezahlt – nach einer einjährigen Ausbildung zur Pflegeassistenz liegt das Einstiegsgehalt (ohne Wochenenddienst-Zulagen, ohne Nachtdienst-Zulagen, ohne Überstunden) bei rund 2.350 Euro; nach einer dreijährigen Ausbildung zur DGKP beträgt das Einstiegsgehalt 2.750 Euro“,

so Wurzer. Wie Wurzer ausführte, sind mit dem Bezug der Prämie auch Bedingungen verknüpft:

„Selbstverständlich wollen wir sicherstellen, dass die Auszubildenden dann auch in Kärnten beruflich tätig werden. Anspruchsberechtigt sind daher alle Auszubildenden an Kärntner Bildungseinrichtungen, die sich verpflichten, nach der Ausbildung in diesem Beruf in Kärnten für einen bestimmten Zeitraum zu arbeiten. Ein Wohnort in Kärnten und eine Einstellungszusage des künftigen Arbeitgebers ist bei der Antragstellung aber nicht notwendig.“

Das Kärntner Ausbildungspaket wird bereits bei der nächsten Regierungssitzung eingebracht und beschlossen. Wie LHStv.in Prettner ergänzte, strebe man zudem an, für die Ausbildung zur Pflegefachassistenz (zwei Jahre) ein Anstellungsverhältnis zu ermöglichen:

„Wir hoffen, dieses Vorhaben nächste Woche unter Dach und Fach bringen zu können.“ Sie appellierte an interessierte Kärntnerinnen und Kärntner, die nächsten Tage und Wochen für eine Anmeldung an den Kärntner Pflege-Schulen zu nützen: „Die Anmeldungsfristen gehen in die Zielgerade.“

Bei der Pressekonferenz vorgestellt wurde zudem eine weitere Verbesserung des Pflegeschlüssels: So wird ab 1. September in „kleineren“ Pflegeheimen (bis 60 Betten) die Pflegedienstleitung aus dem Pflegeschlüssel herausgerechnet. Das ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Personalressourcen und der Pflegequalität. Von der Änderung profitieren werden 27 Pflegeheime.
 

Neues finnisches Honorarkonsulat in Klagenfurt eröffnet

Das finnische Honorarkonsulat in Klagenfurt hat einen neuen Standort. Es befindet sich nun im Business Frauen Center (BFC) in der Radetzkystrasse 2. BFC-Geschäftsführerin Daniela Stein hat nämlich das Amt von Josef Weinländer übernommen, der über 20 Jahre lang Honorarkonsul von Finnland in Kärnten war. Zur Eröffnung des neuen Standortes kamen auch Landeshauptmann Peter Kaiser, die finnische Botschafterin Pirkko Hämäläinen, Landtagsabgeordnete Ruth Feistritzer, die Klagenfurter Stadträtin Sandra Wassermann sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus der Diplomatie und der finnischen Community.

„Möge immer der Geist der europäischen Gemeinsamkeit in diesem Haus, dem Suomen kunniakonsulaatti, sein“,

wünschte Kaiser. Er sagte, dass er schon in seiner Zeit als Frauenreferent des Landes Kärnten mit BFC-Gründerin Daniela Stein kooperiert habe. Bildung sei auch ein wesentliches Thema in Finnland, dessen sensationelles Bildungssystem sich eine Delegation des Kärntner Landtages mit Unterstützung der finnischen Botschaft im Vorjahr ansehen konnte. Der Landeshauptmann hob weiters hervor, dass in Finnland das „Recht aufs Surfen“ bestehe. Gemeint sei damit der Zugang zu schnellem Internet, weil man auch von den Chancen durch die neuen Technologien niemanden ausschließen wolle. Finnland sei auch in diesem Sinne ein großes Vorbild.
Stein sagte, dass man im Honorarkonsulat netzwerken und Menschen verbinden wolle. Eine ihrer Verbindungen zu Finnland bestehe in ihrer Arbeit für Bildung und Gleichberechtigung, die in Finnland einen hohen Stellenwert haben. Was diese wichtigen Themenbereiche angehe, sei auch Kärnten „ein kleines Finnland“, so die Honorarkonsulin.
Botschafterin Hämäläinen bezeichnete Stein als Powerfrau, die das Amt bestimmt bestens führen werde.

„Finnland wird von Ihnen in Kärnten bestimmt profitieren.“

Die Honorarkonsulate seien Augen und Ohren in den Regionen, weil die Honorarkonsulinnen und -konsule bestens vernetzt seien und sich in der Region auskennen würden. Wie Kaiser hob auch die Botschafterin den Besuch der Kärntner Delegation in Finnland hervor, bei der es um das dortige Bildungssystem gegangen ist.

„Im Austausch zwischen unseren beiden Ländern können wir viel lernen“,

so Hämäläinen. Viel Wertschätzung brachte sie der Tätigkeit der neuen Honorarkonsulin entgegen, bei der Weiterbildung, Mentoring, Frauenförderung und Chancengleichheit im Mittelpunkt stehen würden.