„Einschränkungen, die wir alle – mich eingeschlossen – schon so satt haben“

Liebe Kärntnerinnen und Kärntner und alle in Kärnten lebenden Menschen.
Kärnten ist die europäische Region mit der höchsten Lebensqualität. Wir sind auch die Region, in der die Menschen mit der größten Zuversicht und optimistisch in die Zukunft schauen. 
Das sind Ergebnisse einer brandaktuellen EU-Studie.
Wir haben vor allem in den letzten Jahren gemeinsam offenbar einiges richtig gemacht, zusammen haben wir viel erreicht und sind so zu einer international viel beachteten Region geworden, von der man weiß, dass es sich nicht nur gut leben lässt, sondern, dass man hier bei uns in Kärnten auch beste Bedingungen dafür vorfindet, um seine beruflichen wie auch privaten Träume erfüllen zu können.
Natürlich gibt’s noch jede Menge zu tun, wird die Arbeit nie ausgehen, und ja, natürlich sind auch Fehler passiert. Wo gehobelt wird da fallen nun mal auch Späne. Es kommt immer darauf an, wie man damit umgeht. Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein. Fehler zugeben zu können, zu ihnen zu stehen, sich dafür zu entschuldigen – das ist eine Frage des Charakters und der Ehre. So wurde ich erzogen und das hat mich mein Leben gelehrt.
Jeder macht Fehler, auch die Politik, die – und das nehme ich für mich in Anspruch – immer – auch und insbesondere in Zeiten, in denen es Krisen zu bewältigen gibt wie jetzt die Pandemie – mit 100 Prozent Einsatz alles tut, um allen Menschen in Kärnten ein möglichst glückliches und weitgehend sorgenfreies Leben zu ermöglichen und vor allem: sie vor Schaden zu schützen. Für Fehler die dabei begangen wurden, entschuldige ich mich aus tiefstem Herzen. 

Kärnten hat die höchste Lebensqualität. Bei uns haben die Menschen die größte Zuversicht und den größten Optimismus.

Beides wird aktuell auf eine harte Probe gestellt. Das tödliche Coronavirus ist im Vergleich beispielsweise zur abgewehrten Bedrohung der Hypo-Heta-Haftungsgefahr zwar ein unsichtbarer Feind, es ist allerdings ein Feind, der sehr viel persönliches und auch gesellschaftliches Leid mit sich bringt.
Das Corona-Virus ist unser gemeinsamer Feind, ein Feind, der heimtückisch und chamäleonhaft angreift, uns, unser Land, unsere hohe Lebensqualität und unsere Zuversicht angreift. Er tut das seit nunmehr fast zwei Jahren. Und auch wenn manche den Feind vorschnell und falsch für besiegt erklärt haben, andere noch immer und entgegen jeder Vernunft und entgegen allen wissenschaftlichen Fakten behaupten, man könne diesen Feind besiegen, indem man sich selbst mit gefährlichen Tierpräparaten oder alternativ mit Wattebäuschchen in Form von Aspro „aufmunitioniert“, dieser Feind, das Coronavirus bedroht uns weiterhin, jede und jeden Einzelnen. 
Die einzige in einer wissenschaftlichen Höchstleistung und um enormes Geld entwickelte wirklich wirksame und mittlerweile milliardenfach an Menschen erfolgreich verabreichte Waffe, um diesen Feind in die Schranken zu weisen, dafür zu sorgen, dass seine tödlichen Angriffe wie durch einen Panzer gebremst werden, ist die Corona-Schutzimpfung. Doppelt wirksam ist dieses, unser einziges wirksames Schutzschild in Kombination mit etwas, das uns schon in der Vergangenheit viele Krisen hat meistern lassen: Solidarität! 
Angesichts der unvermindert anhaltenden Bedrohung durch das Virus appelliere ich daher heute neuerlich und mit allergrößtem Nachdruck an alle in Kärnten lebenden Menschen: Die Impfung schützt! Bitte helfen Sie mit. Helfen Sie mit, sich, ihre Familie, Freundinnen und Freunde, Bekannten, Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen zu schützen. Bitte helfen Sie mit, letztlich unser Land, unsere hohe Lebensqualität, unsere Zuversicht und unseren Optimismus zu schützen. 
Und vor allem: Bitte helfen Sie mit, unsere Kinder zu schützen! Denn unsere Kinder sind auf vielfältige Weise die ganz besonders Leidtragenden. Dass jetzt vor allem sie, unsere Kinder, in die Pflicht genommen werden sollen, indem vielfach verlangt wird, Kinder aus Schulen auszusperren, ihnen zu verbieten sich mit Freundinnen und Freunden in einem geregelten Unterricht gemeinsam das Rüstzeug für ein erfülltes mit notwendigen Sozialkontakten bereichertes Leben zu erarbeiten, das können wir als verantwortliche solidarische Gemeinschaft nicht zulassen. Wir würden diese Diskussionen auch nicht führen müssen, würden sich deutlich mehr Erwachsene impfen lassen. 
Daher nochmals der Appell an all jene, die der Corona-Schutzimpfung noch immer skeptisch gegenüberstehen: Denken Sie nicht nur an sich selbst. Denken Sie auch an die Kinder! Es waren unsere Kinder, die zu Beginn der Pandemie ein Höchstmaß an Solidarität für Erwachsene aufgebracht haben, indem sie auf Kontakte, Begegnungen, Umarmungen mit ihren Großeltern verzichtet haben. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo Erwachsene nicht mehr fragen und fordern sollten, was das Land alles für sie tun kann, damit sie ungeimpft und damit ungeschützt sich hinter Kindern und dem Schutzschild aus all jenen Menschen, die sich impfen haben lassen, zu verstecken. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich einzugestehen, dass Sie etwas für unsere Kinder und für unser Land tun müssen.
Die Infektionszahlen in Kärnten sind dramatisch hoch. Seitens des Landes haben wir sehr viel unternommen, um den Feind, das Coronavirus, abzuwehren. Ja, wir haben sicher nicht immer alles richtig gemacht, aber wir haben immer und jederzeit unser Bestes gegeben, um dieses Virus zu bekämpfen. 
Wir sind jetzt in einer Phase, indem wir alle Kräfte mobilisieren müssen. Gelingt es uns nicht in einem gemeinsamen solidarischen Kraftakt in Form einer deutlich höheren Durchimpfungsrate, die Zahl an Coronatoten und Menschen, die auf Intensivstationen in unseren Spitälern liegen, zu senken, werden wir nicht nur diesen Lockdown verlängern müssen, sondern dann drohen uns noch weitere Lockdowns. Und damit verbunden weitere Einschränkungen, die wir alle – mich eingeschlossen – schon so satt haben. 
Auch ich wünsche mir, unbeschwerte Familienbesuche, gemeinsames Lachen und Feiern in Lokalen, vergnügliche Urlaubsmöglichkeiten in Kärnten, Skispaß auf und abseits der Pisten … und ein frohes Weihnachtsfest, ohne Sorgen um das Morgen.

Ich bitte Sie! Gemeinsam können wir das schaffen!

Wenn Sie noch immer skeptisch sind, was die Corona-Schutzimpfung betrifft: Ich kann Sie verstehen! Bitte lassen Sie sich nicht von selbsternannten Wunderheilern missbrauchen, die ja nicht Ihr, unser oder das Wohl unserer Kinder im Auge haben, sondern aus purem politischem Eigennutz und mit Blick auf Umfragewerte zu Demonstrationen gegen Schutzmaßnahmen aufrufen. Diese politischen Scharlatane machen sich zu Verbündeten unseres gemeinsamen Feindes, sie machen sich zu Verbündeten und Komplizen des Coronavirus. Sie sind es, die uns auseinanderdividieren, unsere solidarische Gemeinschaft spalten und unser gemeinsames Schutzschild gegen das Coronavirus brechen wollen.
Sagen wir unserem gemeinsamen Feind, dem Coronavirus und seinen Komplizen den Kampf an:

Bitte helfen Sie mit, Schützen Sie sich, unsere Kinder, ihre und unsere herausragende Lebensqualität – Wer sich impft hilft mit!

Wir alle haben es selber in der Hand!
Peter Kaiser, Landeshauptmann