Kärntens Familien profitieren vom kostenlosen Nachhilfe-Angebot

Nachhilfestunden sind kostspielig. Eine private Nachhilfestunde kostet durchschnittlich 20 Euro, im Lerninstitut können es bis zu 46 Euro für Einzelunterricht und fast 25 Euro für Kleingruppen-Unterricht sein. Jährlich investieren Kärntner Eltern bis zu 14 Millionen Euro in den Förderunterricht ihrer Kinder. Um Familien finanziell zu entlasten, bietet das Land Kärnten (Landesjugendreferat) über die Kärntner Familienkarte und in Kooperation mit den Kärntner Volkshochschulen (VHS) seit dem Jahr 2018 kostenlose Nachhilfestunden für Kinder und Jugendliche an.
Im vergangenen Jahr wurde dieses Angebot von fünf kostenlosen Stunden auf zehn erweitert. „Mit 2. August 2021 verdoppeln wir die Nachhilfestunden nochmal von zehn auf 20. Dann starten in den Kärntner Bezirken Nachhilfekurse in Mathematik, Englisch und Deutsch für alle Kärntner Pflichtschülerinnen und -schüler. Die Kurse umfassen zehn Kurstage zu je zwei Unterrichtseinheiten. Die Schülerinnen und Schüler sollen so auf Wiederholungsprüfungen vorbereitet werden oder es wird der Lehrstoff, speziell jener der vergangenen drei Corona-Semester, wiederholt und gefestigt“, erklärt Familien-Referentin LR.in Sara Schaar die Inhalte.
Das kostenlose Nachhilfeangebot können schulpflichtige Kinder von Familienkarten-Besitzerinnen und -Besitzern von der ersten bis zur neunten Schulstufe in Anspruch nehmen, also konkret Sechs- bis 15-Jährige im Pflichtschulbereich für alle Schultypen. Wer noch keine Familienkarte hat, kann diese kostenlos anfordern – online unter www.kaerntnerfamilienkarte.at beantragen.
Neu ist auch ein Zusatzangebot für Besitzerinnen und Besitzer einer Familienkarte, das VHS-Geschäftsführerin Beate Gfrerer erläutert: „Die Kärntner Volkshochschulen sind mit 624 Sprachkursen und mehr als 16 Fremdsprachen im Angebot die größte Sprachschule Kärntens. Besitzerinnen und Besitzer der Kärntner Familienkarte erhalten nun bei der Buchung eines regulären VHS-Sprachkurses eine Vergünstigung von 10 Euro.“
Schaar dankt den VHS für die Kooperation und sagt: „Im ersten Halbjahr 2021 haben wir mit der Nachhilfe-Aktion 335 Schülerinnen und Schüler in ganz Kärnten erreicht. Ihr Feedback sowie jenes von Eltern und Lehrkräften ist durchwegs positiv. Da in Kleingruppen gearbeitet wird, ist es den Trainerinnen und Trainern möglich, gezielt auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und die Schülerinnen und Schüler zu motivieren. Es ist mir ein großes Anliegen, kein Kind zurückzulassen und Chancengleichheit für alle Kärntner Kinder mit Nachhilfe-Bedarf zu schaffen.“
Gfrerer wiederum gibt den Dank zurück: „Bildung ist das höchste Gut der Menschen. Wenn nun aber finanzielle Ressourcen darauf maßgeblich Einfluss nehmen und den Zugang zur gesellschaftlichen Partizipation verschließen, bedarf es konkreter Maßnahmen, um dem Ungleichgewicht entgegenzusteuern. Wir sind erleichtert, dass sich das Land Kärnten mit Familien-Referentin Schaar dieser Situation annimmt. Denn Home-Schooling und Distance-Learning wirkten wie ein Katalysator für Bildungsungleichheiten.“
Die Anmeldung zu den Gratis-Nachhilfestunden erfolgt direkt über die Kärntner Volkshochschulen: 050 477 7000; vhs-klagenfurt@vhsktn.at oder www.vhsktn.at
Quelle: Klagenfurt (LPD)

Neue Bremsen für Güterwaggons reduzieren Bahnlärm

Der Güterverkehr auf der Schiene muss leiser werden. Anhand einer ÖBB-Demonstrationsfahrt in Krumpendorf wurde gestern, Montag, vorgeführt, wie die Schall-Immission durch neue Bremssysteme an den Waggons reduziert wird. Der Geräuschpegel eines vorbeifahrenden Zuges wird durch neue Bremssysteme um zehn Dezibel verringert. In dreißig Meter Entfernung sind nur noch 83 Dezibel zu messen. Das entspricht in etwa der Halbierung des wahrgenommenen Lärms. Um den Bahnlärm zu reduzieren wurden auf der Wörthersee-Strecke seit 1996 bereits 32 Kilometer Schallschutzwände errichtet. Ab 2024 darf die Strecke nur noch von leisen Güterwaggons befahren werden. Der Demonstrationsfahrt wohnten auch mehrere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Wörthersee-Gemeinden bei.

Bevölkerung vom Lärm befreien

Landeshauptmann Peter Kaiser hob die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Land Kärnten und den ÖBB hervor.

„Es geht darum, die Bahn in Kärnten weiter zu entwickeln und die Bevölkerung von der Geisel Lärm zu befreien“,

betonte Kaiser und bekräftigte erneut die Forderung nach einer Trennung von Güter- und Personenverkehr im Zentralraum Kärnten.

„Unser Ziel ist, dass die Planung einer eigenen Güterbahntrasse in den Rahmenplan der ÖBB aufgenommen wird“,

sagte Kaiser und verwies darauf, dass alle politischen Fraktionen im Landtag und sämtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Anrainergemeinden sowie alle Bürgerinitiativen hinter dieser Forderung stehen. Mit der Eröffnung der Koralmbahn wird ein neuer Zentralraum – der sich von Villach über Klagenfurt bis nach Graz erstreckt – entstehen.

„Diese durch die Schiene verbundene Technologieregion wird österreichweit nach Wien die höchste Wertschöpfung generieren“,

sagte der Landeshauptmann.
Franz Hammerschmid, Geschäftsbereichsleiter der ÖBB Infra AG sagte:

„Im Sinne des Klimaschutzes soll der gesamten Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegt werden. Bis Ende der 2024 dürfen aufgrund der EU-Richtlinie TS Noise nur mehr leise Güterwaggons verkehren. Die ÖBB Rail Cargo Group hat schon heute fast nur noch leise Waggons im Einsatz“.

Hinsichtlich der befürchteten Frequenzsteigerung der Güterzüge entlang der Wörthersee-Strecke forderte Hammerschmied eine sachliche, auf Fakten basierende Diskussion.
ÖBB Schallexperte Günther Dinhobl erklärte, dass die neu entwickelten Flüsterbremsen mit Verbund-Bremsbelägen die Räder nicht mehr aufrauen und so die Rollgeräusche des Waggons gegenüber den lauten Grauguss-Bremsen massiv reduzieren.

Lernwelten der Zukunft: Kick-off zur Kärntner Bildungsstrategie

Zwischen Digitalisierung, Klimawandel und Energiewende verändert sich nicht nur was wir lernen, sondern auch wie und wo wir lernen. Von beruflicher Weiterbildung und überhaupt neuen Ausbildungen für gerade erst entstehende Berufsbilder bis hin zu Allgemein- und Persönlichkeitsbildung bedarf es neuer Vermittlungs-, Lern- und Ausbildungswege, um am Puls der Zeit zu bleiben. Genau hier setzt der Strategieprozess Lebenslanges Lernen (LLL-Strategie) des Landes Kärnten an.

„Wir alle lernen ein Leben lang und bilden uns, ob bewusst oder unbewusst, konstant weiter. Zentrale Aufgabe der Politik muss es aber sein, für alle in Kärnten lebenden Menschen – egal ob im Zentralraum oder in der Peripherie – Chancengleichheit und Fairness beim Zugang zu qualitätsgesicherter Bildung zu schaffen. Das beginnt bei der Elementarpädagogik, wo wir mit dem neuen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz entsprechend Sorge tragen, und endet bei Demenztrainings in Altersheimen“,

betont Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser heute, Montag, im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung unter dem Titel „Kärntner LLL-Strategie 2022 – Gestaltung unserer zukünftigen Lernwelten“.

Zukunftsweisenden und strategischen Neuausrichtung der Erwachsenenbildung

In die LLL-Strategieentwicklung miteinbezogen sind alle relevanten Stakeholder des Bildungssektors und darüber hinaus für den Bildungssektor relevante Partnereinrichtungen, vom AMS Kärnten bis hin zur Behindertenanwaltschaft.

„Entstehen soll eine dynamische, den jeweiligen Entwicklungen anpassbare Handlungsanleitung in Form eines ‚living paper‘, das gegenwärtig bestehende Bedarfe und Bedürfnisse ebenso abdeckt wie Themenstellungen der kommenden Generationen mit dem Ziel einer zukunftsweisenden, strategischen Neuausrichtung der Erwachsenenbildung in Kärnten“,

erklärt Erwachsenenbildungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig. Mit Blick auf neue Entwicklungen wie Just Transition oder Green Deal soll die LLL-Strategie insbesondere Querschnittsmaterien gleichermaßen in den Mittelpunkt rücken wie soft skills, das Ehrenamt und gesellschaftliche Verantwortung.
Der LLL-Strategieprozess wird von der IFA Unternehmensberatung, die die Ausschreibung zur Prozessbegleitung für sich entscheiden konnte, koordinierend unterstützt, während Universitätsprofessor Peter Schlögl, Vorstand des Instituts für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Universität Klagenfurt, als wissenschaftlicher Projektleiter für die Integration aktueller Forschungserkenntnisse sorgt. Es werden zukunftsrelevante Fähig- und Fertigkeiten sowie internationale Best Practice-Elemente anderer Strategien identifiziert und gezielt in die LLL-Strategie des Landes Kärnten integriert. Barrierefreiheit steht ebenso wie Durchlässigkeit, Regionalität und Diversität im Zentrum strategischer Überlegungen. In den mit Expertinnen und Experten der Kärntner (Erwachsenen-) Bildungslandschaft besetzten Fokusgruppen wiederum werden Zukunftsthemen und Zugänge zu (Weiter-) Bildung unter Einbeziehung aller Regionen und Erwachsenenbildungseinrichtungen erarbeitet.

„Durch diesen breit aufgesetzten Prozess gelingt es uns, wie auch schon mit der Qualifizierungs- und Beschäftigungsstrategie 2020+ und in weiterer Folge mit der Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten, ein Instrumentarium für zielgerichtete Förderungen der Bildungsträger einerseits und den Besucherinnen und Besuchern von Bildungsmaßnahmen andererseits zu entwickeln und so nachhaltig an jenen Stellschrauben zu drehen, die Lebenslanges Lernen chancengerecht, fair und handlungsermächtigend ausgestalten“,

führt Schaunig aus.

Ehrenkreuz für Lebensrettungen vergeben

Gestern, Montag, wurden im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung 23 Lebensretterinnen und Lebensretter vor den Vorhang geholt. 22 Personen wurden von Landeshauptmann Peter Kaiser, LHStv.in Beate Prettner sowie Landesrat Daniel Fellner mit dem Ehrenkreuz für Lebensrettung ausgezeichnet. Die siebenjährige Amelie Bierbaumer erhielt eine Dankesurkunde.

„Es ist heute ein ganz außerordentlicher Moment, der Lebensretterinnen und Lebensretter in den Mittelpunkt einer Feierstunde des Landes Kärnten rückt, das wird auch durch die Anwesenheit von insgesamt vier Vertretern der Kärntner Landesregierung sehr deutlich“,

sagte der Landeshauptmann. Die Ehrung von Personen, die das Leben anderer gerettet hätten, sei immer etwas ganz Besonderes, denn jeder weiß, wie schwierig es sei, in solchen Situationen, genau das Richtige zu tun. Kaiser dankte allen im Namen des Landes und der Kärntner Landesregierung dafür, dass sie bereit waren, hohe persönliche Risiken einzugehen, um andere Menschenleben zu retten.

„Ganz besonders freut es mich, dass auch sehr viele junge Menschen Wertvolles und Wichtiges zustande gebracht haben.“

All das zeige, wie wichtig es sei, Menschen zu haben, die in organisierter Form, aber auch spontan, bereit seien, füreinander da zu sein, und zu helfen.

„Ich möchte mich dafür bedanken, dass Sie Schutz, Sicherheit und damit die Lebensqualität in unserem Bundesland durch Ihre Einsatzbereitschaft und Ihre Einsätze so hochhalten. Sie sind Vorbilder für eine Gesellschaft, in der wir aufeinander schauen“,

so der Landeshauptmann.
Unter den zahlreichen Anwesenden waren unter anderen Landesamtsdirektor-Stellvertreter Markus Matschek, Landespolizeidirektor-Stv. Generalmajor Wolfgang Rauchegger, ÖWR Landesleiter Bruno Rassinger, Andreas Langer, Landesleiter Höhlenrettung und Bgm.in Doris Liposchek (Wernberg). Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Musikschule Katolnig.

Die Geehrten

Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung
Josef Schützenhofer, Höhlenretter
Moritz Wolfsgruber, Schüler
Ardita Luci, Pflegeassistentin
DI.in Monika Bierbaumer und Tochter Amelie (Gutschein)
Eugen Klarer jun.
Eugen Klarer sen.
Anna Wesiak, Polizistin
Tobias Oblak, Polizist
Jacqueline Eiper, ÖWR
Christine Flaschberger, ÖWR
Nikolaj Netrval, ÖWR
Gerold Rössler, ÖWR
Christoph Haas, FF Föderlach
Joachim Kerschbaumer, FF Föderlach
Herbert Ramusch, FF Föderlach
Johann Ramusch, FF Föderlach
Lukas Stockenbojer, FF Föderlach
Mario Tröthan, FF Föderlach
Stefan Untersteiner, FF Föderlach
Markus Warmuth, FF Föderlach
Thomas Warmuth, FF Föderlach
Klaus Weissensteiner, FF Föderlach

Schutz der Kärntner Seen – gesetzliche Änderungen gehen in Begutachtung

Das Volksbegehren zum Schutz der Kärntner Seen hat nun weitere Schritte nach sich gezogen. Heute präsentierten LH Peter Kaiser, LR Martin Gruber und LR Daniel Fellner die Sammel-Gesetzesnovelle, die ausgearbeitet vorliegt und nun in die entsprechende vierwöchige Begutachtung geht, in die laut Kaiser auch die Initiatoren des Seen-Volksbegehrens eingebunden sind.

„Wir haben das Seenvolksbegehren ernst genommen und mittels Sammelnovelle werden drei Gesetze geändert, um die Kärntner Seen in Zukunft für die Bevölkerung zu schützen und öffentliche Seegrundstücke zugänglich zu erhalten“,

betonten Kaiser, Fellner und Gruber in der Pressekonferenz.
Demnach werde die Landesverfassung geändert, um den Zugang der Allgemeinheit zu Bergen, Seen und Flüssen sowie sonstigen Naturschönheiten in der Kärntner Landesverfassung zu verankern und sei laut Kaiser dies der

„stärkst mögliche Ausdruck, um ein Bekenntnis zum Erhalt der Natur in Kärnten abzulegen und auch für alle, die Verantwortung für den Erhalt tragen, wie beispielsweise Gemeinden, in deren Hoheit die Widmungen liegen“.

Es werde weiters das Gesetz der Kärntner Beteiligungsverwaltung geändert. Die Zuständigkeit der Beteiligungsverwaltung liegt bei LR Martin Gruber. „Als Beteiligungsreferent habe ich von Anfang an klargestellt, mit mir wird kein weiterer Quadratmeter Seegrund verkauft, denn wir müssen die Seen für nächste Generationen schützen. Dass soll nun auch im KBV-Gesetz verankert werden und damit der Bevölkerung die Sicherheit geben, dass Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden“, sagte Gruber. Das bedeutet, dass ein gesetzliches Sicherheitsnetz eingebaut wird und die Landesregierung bei Seegrundstücken der KBV das letzte Wort hat. Auch bei Ausschreibungen für zukünftige Verpachtungen von Seegrundstücken sei es ein zentraler Aspekt, dass der öffentliche Seezugang erhalten bleiben muss. „Zugang und Blick auf die Seen werden für die Bevölkerung geschützt, das ist unsere Aufgabe als Landesregierung“, so Gruber, der betonte, man werde deshalb auch die gemeinsame Initiative „Freie Seezugänge“, konsequent weiterführen, um diesem Anliegen der Kärntnerinnen und Kärntner zu entsprechen. Kaiser verwies in diesem Zusammenhang auf bereits 24 öffentliche Seezugänge, die das Land gesichert habe, weitere würden laut Kaiser demnächst folgen.
Als dritte Maßnahme werde laut Kaiser das Motorbootabgabengesetz geändert, die Abgabe, rund 2,3 Mio. Euro im letzten Jahr, werde einem klaren Zweck zugeführt.

„Die Mittel dürfen nur mehr für die Attraktivierung oder einen Ankauf von Seegrundstücken verwendet werden“,

erläutert Kaiser. Zudem werden laut Kaiser alle Seegrundstücke der öffentlichen Hand ins KAGIS aufgenommen und sichtbar gemacht.
LR Daniel Fellner hob vor allem die Initiatoren des Seenvolksbegehrens hervor und dankte allen Kärntnerinnen und Kärntnern, dass sie dieses Volksbegehren mit ihrer Unterschrift unterstützt haben.

„Sie haben damit etwas bewegt, sie haben eine Veränderung herbeigeführt“,

so Fellner zur Wichtigkeit eines Volksbegehrens. So sei auch beim neuen Raumordnungsgesetz auf Seezugänge sowie den Erhalt der öffentlichen Zugangsmöglichkeiten größter Wert gelegt worden.

„Wir müssen uns schützend vor die Seen stellen, das muss in Zukunft auch für die Berge gelten. Wenn dafür weitere Gesetze zu ändern sind, werden wir das tun“,

so Fellner, der auch auf eine laufende Studie zum Wörthersee hinwies.

„Ja, der See hat Trinkwasserqualität, aber wie schaut die Gesamtsituation aus, Bebauung, Wasserökologie, Nutzung usw. Wir müssen das ganze Bild betrachten und entsprechend handeln. Was dem See sicher nicht gut tut, ist eine weitere Verbauung“,

erklärte Fellner.
Nach der nun vierwöchigen Begutachtung, wird die Sammelnovelle in der Regierung sowie im Kärntner Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt.

Kärnten am Weg zur familienfreundlichsten Region mittels internationalem Austausch

Die nachhaltige Entwicklung und Verbesserung familiärer Lebenssituationen stehen im Mittelpunkt der Venice Declaration, die am 1. November 2018 von der IFFD (Internationale Föderation für Familienentwicklung) gemeinsam mit dem EU-Netzwerk ELISAN und weiteren Vertretern im UNO-Hauptquartier präsentiert wurde und dessen Beitritt das Bundesland Kärnten im September 2019 unterschrieben hat. Mit der Unterschrift hat sich Kärnten auch verpflichtet, alljährlich einen Bericht über die Arbeit im Sinne der Declatation vorzulegen. Dem kommen LH Peter Kaiser, LHStv.in Beate Prettner, LHStv.in Gaby Schaunig, LR Daniel Fellner, LR.in Sara Schaar, LR Martin Gruber und LR Sebastian Schuschnig in der nächsten Regierungssitzung morgen, Dienstag, nach.

„Wir haben die Venice Declaration unterzeichnet, um damit einen weiteren Schritt in Richtung familienfreundlichste Region Europas zu setzen, um entsprechende Maßnahmen und Weichenstellungen zu setzen, um die familiäre Lebenssituation der Kärntnerinnen und Kärntner zu verbessern, um Kärntens Lebensqualität vor den Vorhang zu holen und sie auch international präsentieren zu können. Umgekehrt können wir aus Berichten anderer Länder und Regionen neue Maßnahmen kennen lernen und auch umsetzen, wenn sie in unsere Gesamtstrategie passen“,

fasst Landeshauptmann Peter Kaiser zusammen. Um die genannte Lebenssituation zu verbessern, sind 10 Arbeitsschwerpunkte festgelegt, die die Themen Wohnraum, Neue Technologien, Bildung, Gesundheitswesen, Sicherheit, saubere Luft, Verkehrswesen, Bezahlbarkeit, Freizeit und Tourismus sowie gefährdete Familien umfassen und im Land abteilungsübergreifend bearbeitet werden.
Als Beispiele nennt Kaiser das Kinderstipendium, für das im Herbst der nächste Schritt zur Beitragsfreiheit für Eltern gesetzt werden wird, das neue in Ausarbeitung befindliche Kinderbetreuungsgesetz, Maßnahmen zum leistbaren Wohnen, die neue Wohnbauförderung, das neue Raumordnungsgesetz, das den schonenden Umgang mit der Ressource Boden im Auge hat, die neuen Ausbildungsschwerpunkte, beginnend im elementarpädagogischen Bereich bis hin zum tertiären Bildungssektor, wie der Schaffung der Gustav Mahler Privatuniversität, oder die neue Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegeberufe, die Bildungszentren, die die Ausbildung der Kinder vor Ort in den Regionen sicherstellen, der Ausbau der Ganztagsschulen.

„Jedes Kind muss Zugang zur Bildung haben, von kleinsten Beinen an, unabhängig von Herkunft und sozialer Stellung. Dazu gehört, dass wir die Eltern finanziell unterstützen, aber auch ausreichend Betreuungsplätzen, damit Beruf und Familie besser vereinbar sind“,

hält Kaiser fest.
LHStv.in Beate Prettner betont als Gesundheits- und Sozialreferentin:

„Kinder- und Familienfreundlichkeit bedeutet auch, dass wir ein besonderes Augenmerk auf jene Menschen legen, die die Hilfe der Gesellschaft brauchen, die Unterstützung benötigen. Wir haben in den vergangenen Monaten mehrere neue Maßnahmen umgesetzt, um Betroffene wohnortnahe, schnell und wenn gewünscht auch anonym unterstützen zu können. Laufend weiterentwickelt und den neuen Herausforderungen angepasst werden auch unsere Gesundheitsversorgungs- und Pflegesysteme“,

betont LHStv.in Beate Prettner. Sie nennt exemplarisch den Ausbau sozialer Angebote, der Familien-, Partner- und Jugendberatungsstellen oder der sozialpädagogischen Familienbetreuung, die verstärkte Prävention von psychischen Erkrankungen, die Realisierung von (psychiatrischen) Gesundheitszentren, Investitionen in die Kabeg-Spitäler oder neue Beschäftigungsplätze in der Inklusion.
Für LHStv.in Gaby Schaunig ist insbesondere die Schaffung und Sicherstellung von leistbarem Wohnraum zentrales Anliegen, wofür mit den Förderungen im Wohnbaubereich und den gemeinnützigen Wohnbauten Vorsorge geleistet wird.

„Darüber hinaus gilt es den in Kärnten lebenden Menschen mit gezielten Vermittlungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sinnstiftende Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen“,

so Schaunig. Auch mit dem flächendeckenden Glasfaserausbau unterstütze man chancengerechte Lebensverhältnisse.
Für Daniel Fellner sind Gemeinden als Lebensmittelpunkt der Menschen von zentraler Bedeutung. „Vom Ausbau von Hochwasser- und Lawinenschutz, damit sich Familien sicher und geschützt fühlen, über eine gesicherte Trinkwasserversorgung bis hin zur neuen Kinderspielplatzoffensive – wir setzen zahlreiche Initiativen, die unmittelbar zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen.“
Auf die Bedeutung von Maßnahmen im Klima- und Umweltschutz macht LR.in Sara Schaar aufmerksam:

„Kärnten ist mit der Klimastrategie, welche sich gerade in Ausarbeitung befindet, mit Klima-Agenda und Energiemasterplan Vorreiter in Sachen Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen. Seitens des Landes tun wir alles, damit unsere Familien und Kinder sowie nachkommende Generationen ein Lebensumfeld mit intakter Umwelt vorfinden, in dem sie saubere Luft einatmen und reines Wasser aus jedem Wasserhahn des Landes trinken können. Auch die erfolgreiche Kärntner Familienkarte bringt uns dem Ziel näher, Kärnten zur kinder- und familienfreundlichsten Region Europas zu machen.“

Landesrat Martin Gruber ist es ein Anliegen, insbesondere auch im ländlichen Raum zur Schaffung von Basisinfrastruktur beizutragen, die für Familien wichtig ist. „Das bedeutet mehr Lebensqualität vor Ort und kann damit auch dazu beitragen, der Abwanderung aus ländlichen Gemeinden entgegenzuwirken.“ Der Orts- und Regionalentwicklung komme hier als Querschnittsmaterie eine wichtige Funktion zu, entsprechende Projekte zu ermöglichen. „Von der Errichtung sowie Neuausstattung von Kinderspielplätzen bis hin zum Ausbau von Betreuungseinrichtungen wurden und werden aus der Orts- und Regionalentwicklung zahlreiche Initiativen unterstützt“, so Gruber. Besonders in den ländlichen Gegenden müsse man sich weiter dafür einsetzen, die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie noch weiter zu verbessern.
Wirtschafts- und Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig betont: „Familienfreundlichkeit ist auch für die Wirtschaft in Kärnten ein zentrales Element. Denn mehr denn je muss Beruf und Familie vereinbar sein. Aber auch der Öffentliche Verkehr wird immer mehr zu einem wichtigen Standortfaktor. Wir investieren daher so viel wie noch nie in den Öffentlichen Verkehr sowie in klimaneutrale Antriebstechnologien, um dadurch den Klimaschutz für die nächsten Generationen voranzubringen. Allein in den vergangenen Jahren wurde das Bahnangebot um 56 Prozent ausgebaut und das Busangebot um bis zu ein Viertel gesteigert. Ab 2023 wird der gesamte Personenverkehr auf der Schiene komplett dieselfrei und emissionsfrei sein.“

Skatepark „PUSHER Plaza“ in Spittal eröffnet

Spittal an der Drau und damit der Raum Oberkärnten ist um ein Sportareal reicher: Gestern, Samstag, wurde auf dem Areal des alten Hallenbades der Skatepark „PUSHER Plaza“ eröffnet. Auf 900 Quadratmetern entstand ein moderner Sportpark für Skateboarderinnen und Skateboarder, der auch mit Flutlicht ausgestattet ist. Auch Jugend-Landesrätin Sara Schaar besuchte in Vertretung von Sportreferent Landeshauptmann Peter Kaiser die Eröffnung.

„Das lange Warten hat ein Ende. Als Spittalerin freue ich mich ganz besonders über dieses neue Angebot für die Jugend. Skateboarding fördert nicht nur die Gesundheit, es entwickelte sich in dieser Sportart auch eine eigene Jugendszene bzw. -kultur, die eine solche Heimstätte benötigt. Es ist besonders wichtig, der Jugend Raum zu geben, damit sie ihren Interessen nachgehen kann“, sagte die Jugend-Landesrätin.

Wettbewerbe und Events geplant

Die „PUSHER Plaza“ des Vereins Boardsport-Union PUSHER mit den Vorständen Armin Egger, Georg Paier und Gregor Fischer-Lessiak soll auch für Wettbewerbe und Events genutzt werden können. „Wir freuen uns, positive Aufregung in die Bezirkshauptstadt zu bringen und die Zukunft der olympischen Sportart in Oberkärnten zu sichern“, so die Vereinsvorstände.
Ermöglicht wurde die Realisierung des 350.000-Euro-Projekts durch Mittel des Landes Kärnten (Jugend-, Sport-, Gemeinde- sowie Orts- und Regionalentwicklungsreferate), durch EU-LEADER-Mittel sowie durch Zuschüsse der Gemeinden Spittal, Seeboden, Radenthein, Ferndorf, Gmünd, Lendorf und Baldramsdorf.

Kultur: Auf Jahr der Baukultur folgt Hommage an Architekten Günther Domenig

2021 stand im Kärntner Kulturjahr unter dem Motto „Kultur — Raum — Landschaft“ und widmete sich damit der Baukultur, ihrer Verantwortung und ihrer Nachhaltigkeit.

„Es war nur ein logischer Schritt, auf das Jahr der Baukultur einen Forschungs- und Ausstellungsschwerpunkt rund um das Werk, die Arbeit, Günther Domenigs folgen zu lassen. Und ich danke der Staatssekretärin für Kultur, Andrea Mayer, für die Möglichkeit, im Sinne der grenzüberschreitenden Strahlkraft Domenigs, diese Präsentation hier in Wien, im Haus-Z, einem der architektonischen Werke des gebürtigen Kärntner Architekten, durchführen zu können“,

so LH Peter Kaiser im Rahmen der Pressekonferenz in Wien. Zumal Kärnten auch das erste Bundesland sei, das baukulturelle Leitlinien etabliert habe, in deren Entwicklung viele Bauschaffende eingebunden waren.

„Aus einer Symbiose von Politik und Architektur entstanden Leitlinien, beispielgebend für andere Bundesländer, die vor allem den Umgang mit Ressourcen im Blick haben und damit den Fokus auf die Bodenversiegelung und die Folgen legen. Ebenso im Blick ist auch das Bewusstsein der Bevölkerung für diese Enkelverantwortung und die Nachhaltigkeit, die mit jedem Bauwerk verbunden ist“,

erklärte Kaiser.
Günther Domenig habe laut Kaiser in seinem Schaffen als Architekt völlig neue Wege beschritten und die Architektur als Polylog mit allen Ausführenden gesehen.

„Domenig war Architekt, Künstler und Visionär. Er hat gezeigt, wie wichtig die Baukultur alleine in Hinblick auf die Bodenversiegelung ist und daraus folgend, die Bedeutung der Höhe hervorgehoben“,

sagte Kaiser. Umso aktueller sei also die Ausstellung bzw. das Forschungsprojekt Günther Domenig: DIMENSIONAL zu sehen.
Vier Monate lang werden gleichzeitig an vier Orten in Kärnten, die für die unterschiedlichen Aspekte der Arbeit Günther Domenigs stehen, umfassende Werke, Positionen und Projekte, untermauert mit zeitgenössischer künstlerischer und architektonischer Kunst und Kultur, gezeigt. Konkret wird jeder der Ausstellungsorte mit einem Rahmenprogramm bespielt, wobei die historische und internationale Bedeutung des Werks von Domenig in den Zeitgeist einfließt. Diese Gesamtausstellung ist eine Kooperation des Architektur Haus Kärnten, dem Land Kärnten, dem Museum Moderner Kunst, der Steinhaus Günther Domenig Privatstiftung und der Heft/Hüttenberg.

„Wir wollen die Arbeit des Architekten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, wollen die Vielfalt Domenigs zeigen, wollen auf die Internationalität des Schaffens Domenigs hinweisen“,

so Kaiser.
Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer dankte Kärnten für die Idee, das Schaffen Günther Domenigs in den Fokus zu rücken.

„Günther Domenig reißt uns mit seiner Architektur, wie in diesem Haus-Z, aus dem Alltag, hier erleben wir Kunst. Architekten gestalten aber auch unseren Lebensraum und rücken damit das Thema Bodenversiegelung in den Vordergrund. Baukultur weist nicht nur auf Schönheit hin, sondern trägt auch eine hohe Verantwortung für unsere Umwelt, für unseren Planeten“,

betonte die Staatssekretärin.
Idee und Konzept für diese Ausstellung stammen von Andreas Kistof vom Kurator:innen-Kollektiv section.a, Raffaela Lackner vom Architektur Haus Kärnten, von Igor Pucker, von der Kulturabteilung des Landes und von Christine Wetzlinger-Grundig vom Museum Moderner Kunst Kärnten.
Raffaela Lackner dankte dem Land ebenso für das „riesige Projekt Günther Domenig: DIMENSIONAL“.

„Wir wollen nicht die Geschichte neu schreiben, wir wollen Günther Domenig mit der Ausstellung in die Neuzeit holen, wie wollen neue Dimensionen eröffnen, neue Sparten auftun. Das Architektur Haus Kärnten hat tief in den Archiven gestöbert, um Günther Domenig zu inszenieren und zu präsentieren“,

erklärte Lackner.
Andreas Kristof wies darauf hin, dass es sich bei dieser Ausstellung an den vier Standorten um die erste, umfassende Retrospektive, die sich Günther Domenig widmet.

„Und es ist ebenso das erste Mal, dass sein zeichnerisches Schaffen Dank zahlreicher Leihgaben sichtbar wird. Dieses Projekt versucht, Domenig neu zu verorten und eine neue Sprache zu finden. Es ist auch ein Forschungsprojekt und zwei Publikationen begleiten diese Ausstellung mittels literarisch-fotografischer Annäherung und über einen literarischen Zugang, einen sehr persönlichen Blick auf Günther Domenig“.

Im Museum Moderner Kunst Kärnten findet das erste Mal eine umfassende Retrospektive zum Werk des in Kärnten geborenen und 2012 verstorbenen Architekten statt. Arbeiten von Raimund Abraham, Herbert Boeckl, Christian Brandstätter, Peter Cook, Franco Fonatti, Julia Gaisbacher, Peter Kaschnig, Cornelius Kolig, Maria Lassnig, Sonia Leimer, Gerhard Maurer, Thom Mayne, Ferdinand Neumüller, Stefan Oláh, Paul Ott, Gustav Peichl, Walter Pichler, Klaus Pinter, Anna Rubin, Peter Sandbichler, SHE SAID, Hans Schabus, Toni Schmale, David Schreyer, Margherita Spiluttini, Wolfgang Thaler, Lebbeus Woods und Gerald Zugmann umrahmen die Präsentation.
Die Ausstellung im Architektur Haus Kärnten stellt das architektonische Schaffen Domenigs in einen Dialog mit nachfolgenden Generationen von Architekten. Der Dialog wird durch eine Lecture- und Gesprächsreihe mit eingeladenen Architekt:innen und Expert:innen ergänzt. Teilnehmer sind Kollektiv 4 (Christian Freude, Christina Jauernik, Johann Lurf, Fabian Puttinger), Maximilian Eisenköck, Peter Kaschnig, the nextENTERprise, und Studio3/Katrin Aste.
Das Domenig Steinhaus wird selbst zum Ausstellungsobjekt. An drei Wochenenden bespielt das Tanzquartier Wien (TQW) mit eingeladenen Gästen das Domenig Steinhaus. Das Programm wird gestaltet von Julius Deutschbauer, durch:formen (Katrin Ackerl Konstantin, Niki Meixner, Erik-Jan Rippmann), Alexander Gottfarb, Barbara Kaiser, Andrea Maurer, Karin Pauer & Aldo Giannotti, Oleg Soulimenko und Doris Uhlich.
In der Heft/Hüttenberg, wo die Kärntner Landesausstellung 1995 stattfand, entstand über mehrere Jahrzehnte hinweg, ist eine neue Situation von skulptural-architektonischen Überlagerungen durch die Natur. Jetzt wird das Gebäude wieder zugänglich gemacht und bespielt von Arobota+, Florian Hecker, Mr. Incredible Bob, Brigitte Mahlknecht, Eva Schlegel & 2MVD, AA nanotourism Visiting School: Architectural Association (AA) School of Architecture, London, Fachhochschule Kärnten: Studienbereich Bauingenieurwesen & Architektur, Spittal/Drau, Hochschule für Technik Stuttgart: Architektur und Gestaltung, Stuttgart, Peter Weibel – Forschungsinstitut für digitale Kulturen: Mihály Németh & Sophie Publig, Wien, Technische Universität Graz: Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften, Universität für Angewandte Kunst Wien: Institut für Architektur, Studio Greg Lynn, Universität Innsbruck: Institut für Experimentelle Architektur ./studio 3.
Die Eröffnung des Forschungs- und Ausstellungsprojektes „Günther Domenig: DIMENSIONAL“ erfolgt am 10. Juni 2022 im Domenig Steinhaus, am 11. Juni im Museum Moderner Kunst und im Architektur Haus Klagenfurt und in der Heft/Hüttenberg. Die Ausstellung läuft bis 12. Oktober an den vier Standorten.

EU-Talk zum Jahr der Jugend im Spiegelsaal

Die Europäische Union hat 2022 zum Jahr der Jugend erklärt. Im Zuge eines EU-Talks diskutierte heute, Dienstag, Landeshauptmann Peter Kaiser im Spiegelsaal der Landesregierung, mit Landesschulsprecherin Judith Zedrosser, Matthias Ortner (Frontman der Band Matakustix) und Influencer Ian Jules. Moderiert wurde die Veranstaltung, an der auch Schulen aus Hermagor und St. Andrä im Lavanttal online teilnahmen, von Marc Germeshausen, Geschäftsführer des Europahaus Klagenfurt. Im Fokus der Diskussion stand das politische Engagement der heutigen Jugend.

„Die jungen Menschen sind politisch sehr interessiert. Sie agieren außerhalb der traditionellen Organisationen und setzten sich für regionale und globale Problemstellungen ein“,

betonte Kaiser in seinem Eingangsstatement. Ian Jules brachte die Rolle der sozialen Netzwerke ins Spiel.

„Ein Großteil der politischen Bildung findet außerhalb des Schulunterrichtes statt“,

sagte Jules. Für Matakustix-Frontman Matthias Ortner beginnt politisches Engagement bereits im Alltag.

„Wenn man gegen eine Ungerechtigkeit auftritt, ist dies schon ein politischer Akt – auch wenn es nur im Klassenverband ist“,

betonte Ortner und verwies darauf, dass die heutige Jugend gerade in diesem Bereich sehr engagiert sei.
Bildungsreferent Kaiser hob hervor, dass es gerade jetzt wichtig sei, die Werte der europäischen Gemeinschaft zu verteidigen.

„Europa ist mehr als ein Traum – es ist greifbar und unsere Aufgabe ist es, Grundwerte wie Frieden und Freiheit zu verteidigen“,

sagte Kaiser und weiter:

„Die jungen Menschen sind die Zukunft Europas – deshalb ist es wichtig eine europäische Identität zu entwickeln und die Lehrinhalte im Bereich der politischen Bildung länderübergreifend abzustimmen“.

Im letzten Ausschuss der Regionen in Brüssel wurde ein entsprechendes Arbeitsprogramm mit dem Titel „European Citizenship“ diskutiert.

„Ziel ist es die sprachliche Vielfalt als Zukunftschance zu sehen und Europa als Friedensprojekt weiter zu entwickeln. Wir brauchen engagierte junge Menschen, die Grundwerte leben und die Welt hinaustragen“,

betonte Kaiser.
Wie gern die Programme der Europäischen Union von den Kärntner Schülerinnen und Schülern in Anspruch genommen werden, belegen auch die Zahlen der Erasmus-Programme.

„Im Verhältnis zu den Schülerzahlen hat Kärnten die meisten Erasmus-Nutzer und es erfüllt mich immer wieder mit Stolz, wenn Kärnten in diesem Zusammenhang als Vorzeigeregion genannt wird“,

berichtete Kaiser und verwies auf die Kooperationsmöglichkeiten, des Verbindungsbüros in Brüssel und des Europahaus Klagenfurt, die von Schulen in Anspruch genommen werden können.

Feierliche Angelobung in Arnoldstein

360 Rekruten legten vergangenen Freitag am Sportplatz in Arnoldstein ihr Versprechen auf die Republik Österreich und auf die Demokratie ab. Das Militärkommando Kärnten führt in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Arnoldstein und dem Stabsbataillon 7 der „leichten“ 7. Jägerbrigade die Angelobung durch. Als Ehrengast stellte sich Landeshauptmann Peter Kaiser ein.
Angesichts des Krieges in der Ukraine, sei er in tiefer Sorge über die Entwicklung dieses Teils Europas, betonte der Landeshauptmann, und dennoch halte er an dem Wachsen der Humanität und am Frieden fest.

„Erstmals aber rückt die ursprüngliche Aufgabe des Bundesheeres – die Bewahrung und Verteidigung der Neutralität – in den Mittelpunkt. Darüber hinaus vermitteln auch die Einsätze bei Naturkatastrophen oder während der Pandemie ein wichtiges Gefühl der Sicherheit und des Schutzes“,

so Kaiser. Den Rekruten versicherte er:

„Nicht nur eure Angehörigen, sondern der Kärntner Landtag, die Landesregierung und die gesamte Bevölkerung Kärntens ist stolz auf euch. Ihr seid zumindest für eine Zeit lang die Visitenkarte des Österreichischen Bundesheeres und dessen Qualität.“

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Angelobt wurden die im April 2022 bei den Kärntner Verbänden eingerückten Soldaten. Mit dabei sind Rekruten aus Villach und Klagenfurt. Die Militärmusik Kärnten, unter der Leitung von Militärkapellmeister Oberst Dietmar Pranter, umrahmte den Festakt musikalisch. Der Festakt begann mit einer Totenehrung beim Kriegerdenkmal der Marktgemeinde Arnoldstein.
Als weitere Ehrengäste wurden der dritte Landtagspräsident Josef Lobnig, die Landtagsabgeordneten Klaus Köchl und Maximilian Linder, der Arnoldsteiner Bürgermeister Reinhard Antolitsch, Msgr. Remo Longing in Vertretung für den Bischof der Diözese Gurk, Militärdekan Johannes Hülser, Oberst Stefan Lekas, stellvertretender Militärkommandant Kärntens, und Brigadier Horst Hofer, Kommandant der „leichten“ 7. Jägerbrigade sowie viele andere begrüßt.